Massiver Katastrophenschutz-Test in Madrid

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Massiver Katastrophenschutz-Test in Madrid

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Realistische Szenarien für den Ernstfall

Auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts Cuatro Vientos in Madrid ist am Samstag der Ernstfall geprobt worden. Rund 500 Einsatzkräfte aus 16 spanischen Regionen und vier weiteren europäischen Ländern nahmen an einer der bislang größten Notfallübungen der Hauptstadt teil. Die Szenarien waren bewusst hart gewählt: Schüsse, Detonationen, Verfolgungsjagden und Flammen forderten die Teilnehmer über eine Stunde lang in drei unterschiedlichen Arealen heraus.

Die Übung bildete den Höhepunkt der 27. Städtischen Katastrophentage und war als Test für die Zusammenarbeit gedacht. Organisiert vom städtischen Rettungsdienst Samur-Protección Civil, mussten die Einheiten auf fünf simulierte Vorfälle reagieren. Dazu gehörte ein Angriff auf einen Flughafen sowie die Verfolgung von Straftätern, die nach einem Mord und einem Autodiebstahl flüchteten. Für die realistischen Explosionen und Brände zeichnete eineSpezialfirma für Bühneneffekte verantwortlich.

Koordination als Schlüsselkompetenz

Neben den Madrider Einsatzkräften wie Samur, Feuerwehr, Polizei und Verkehrsüberwachern waren auch Einheiten der Streitkräfte inklusive der Militäreinheit UME, der Nationalpolizei und der Guardia Civil beteiligt. Ergänzt wurde das Aufgebot durch Sozialdienste, Reinigungskräfte sowie Personal aus sechs Madrider Krankenhäusern. Die Kliniken La Paz, Gregorio Marañón und weitere nahmen die Übung auf und behandelten die zahlreichen simulierten Verletzten in ihren Notaufnahmen, während der reguläre Betrieb parallel weiterlief.

Ervigio Corral, Leiter der Abteilung für Ausbildung und Forschung bei Samur-Protección Civil, zeigte sich im Anschluss zufrieden mit dem Verlauf. Er sprach von einem der besten Simulationsprojekte Europas, räumte jedoch ein, dass einzelne Abläufe verbessert werden könnten. „Dies ist in erster Linie ein Lern- und Koordinationslabor“, erklärte er. Selbst Spezialeinheiten wie die GEO-Gruppe der Nationalpolizei hätten neue Erfahrungen gesammelt, da sie bislang noch nie ein solches Manöver im freien Gelände durchgeführt hätten. Die Zusammenarbeit bezeichnete Corral als „außergewöhnlich“.

Zuschauer erleben Übung hautnah

Die Veranstalter hatten die Übung auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Rund 3.500 Zuschauer verfolgten das Geschehen live vor Ort und konnten dank moderner Körperkameras an den Einsatzkräften die Details auf zwei Großleinwänden verfolgen. Das Publikum zeigte sich laut Berichten tief beeindruckt vom Realismus der Szenarien und dem professionellen Vorgehen der Helfer. Die Vorführung sei „sehr spannend und lehrreich“ gewesen, zitierten Reporter einige Besucher.

Carmen Camacho Leis, stellvertretende Leiterin von Samur-Protección Civil, betonte den Wert der Übung für die Praxis. Auch wenn die Lage zunächst chaotisch wirke, stecke dahinter ein ausgefeiltes System, um die internen Abläufe der einzelnen Dienste zu verzahnen. Erst durch solche Manöver sei ein geordnetes Vorgehen im Ernstfall möglich. Die Veranstaltung endete mit dem Besuch der stellvertretenden Bürgermeisterin und Sicherheitsdezernentin Inma Sanz. Aus Sicht der Stadtverwaltung handelt es sich um die größte Übung ihrer Art, die Madrid jährlich durchführt. Insgesamt absolvieren die städtischen Sicherheitskräfte über 30 solcher Einsatztrainings pro Jahr. Wie die Veranstalter mitteilten, diente die Übung nicht nur der Ausbildung, sondern auch der Information der Bevölkerung über die Arbeit der Rettungskräfte in kritischen Lagen.


Quelle: europapress.es

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