Spiel abgesagt: Andorra zeigt Größe

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Spiel abgesagt: Andorra zeigt Größe

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Tabu wurde gebrochen

Es gibt Momente im Fußball, da zählt der Spielplan nichts mehr. Der Tod von Jesús de Miguel hat die Liga innehalten lassen – und ausgerechnet ein Club, der sportlich ums Überleben kämpft, setzt das stärkste Zeichen. Der FC Andorra hat die Begegnung gegen RCD Mallorca kurzerhand abgesagt. Nicht aus Taktik, nicht wegen eines verletzten Kaders – sondern aus menschlicher Verantwortung.

Die Begründung sitzt tiefer, als man denkt

Während andere Verbände oft noch Diskussionen über Terminfindung und Übertragungsrechte führen, stellt sich der andorranische Verein schützend vor seine eigenen Leute. Spieler, Trainerteam und Angestellte hätten das tragische Geschehen auf Teneriffa hautnah miterlebt, heißt es aus dem Klub. Man habe psychologische Betreuung angeboten, um das Erlebte zu verarbeiten. Das ist keine Phrase, sondern gelebte Fürsorge – ein Vorbild für Profiklubs, die sonst schnell in Emotionslosigkeit verfallen.

Mallorca stimmt zu, die Liga muss nachziehen

Der Aufeinandertreffen-Ausfall wäre nicht nötig gewesen, wenn der Fußball nicht immer wieder gierig auf den nächsten Spieltag blicken würde. Umso bemerkenswerter, dass die Balearen-Inseln umgehend zustimmten und ihre Kondolenzen aussprachen. Kritiker mögen einwenden: Eine Absage bringt den Verstorbenen nicht zurück. Doch darum geht es nicht. Es geht um Werte – und darum, dass der Tod eines 30-jährigen Kollegen kein bloßer Statistikvermerk sein darf.

Trauer kennt keine Landesgrenzen

Auch das nächste Spiel des CD Tenerife gegen Granada wurde bereits verschoben. Die Tragödie rund um den Kollaps des Stürmers nach einem Zusammenprall mit Torhüter Jesús Owono hatte am Dienstag für Entsetzen gesorgt. Jetzt zeigt sich: Die Solidarität ist keine leere Hülse. Sie wird konkret, wenn Verbände und Vereine den Konsequenzen nicht ausweichen. Der Fußball hat in dieser Woche verloren – aber er hat auch bewiesen, dass er noch ein Herz besitzt. Es liegt an den Verantwortlichen, diese Haltung nicht nach dem nächsten Anpfiff wieder zu vergessen.

Quelle: Europa Press


Quelle: europapress.es

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