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Licht gegen Mikroplastik in der Waschmaschine
Neue Methode aus dem Labor
In Spanien haben Wissenschaftler eine Technik zur Wasserreinigung vorgestellt, die Mikroplastik aus Haushaltsabwässern nahezu vollständig beseitigen soll. Das Verfahren kombiniert Filtration mit einem lichtaktivierten chemischen Prozess und wurde am Institut für Chemische Technologie (ITQ) in Valencia entwickelt – einer gemeinsamen Einrichtung des spanischen Forschungsrats CSIC und der Polytechnischen Universität Valencia (UPV).
Wie die Reinigung funktioniert
Das System nutzt ein neuartiges Material: handelsüblichen Sand, beschichtet mit winzigen Silica-Kügelchen, auf denen Titandioxid sitzt. Der Sand fängt die Mikroplastikpartikel ab, während UV-Licht das Titandioxid aktiviert. Dabei entstehen Substanzen, die das Plastik zersetzen. In einem Testaufbau mit LED-bestrahlten Röhren floss das Wasser kontinuierlich durch das Filtermaterial – mit Erfolg: Wie die Forschungsgruppe im Fachjournal Chemical Engineering Journal berichtet, wurden PET-Partikel aus Waschwasser vollständig abgebaut.
„Mit unserem System erreichen wir nicht nur die Trennung, sondern die vollständige Zersetzung der Mikroplastik", sagt Carlos Company-Doménech, Erstautor der Studie. Bisherige Verfahren hätten oft nur teilweise degradiert und dabei noch kleinere Nanoplastikpartikel hinterlassen, die das Umweltproblem nicht lösen.
Praxistest bestanden
Getestet wurde das Verfahren mit Wasser aus dem Waschen von Polyesterkleidung – ohne Waschmittel und bei einem pH-Wert, der nicht verändert wurde. Nach mehr als 50 Litern Durchlauf zeigten Analysen, dass die PET-Mikropartikel verschwunden waren. Auch das Filtermaterial selbst ließ sich regenerieren und erneut verwenden, ohne dass Titandioxid ins Wasser überging. Allerdings: Bisher arbeitet das System nur im Labormaßstab, und die Behandlungszeit von über zweieinhalb Stunden ist noch lang.
Langfristig könnten solche Module in industriellen Wäschereien, Textilbetrieben oder Kläranlagen eingesetzt werden – überall dort, wo viele Kunststofffasern ins Abwasser gelangen. Die Arbeitsgruppe untersucht zudem, ob sich das Verfahren auch für andere Gewässer eignet, etwa für die Albufera-Lagune nahe Valencia.
Das Team betont, dass Mikroplastik eine anhaltende Belastung für die Umwelt darstellt – besonders Polyesterfasern, die sich schon beim alltäglichen Kleiderwaschen lösen und über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangen.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des CSIC und Forschungsberichten der UPV.
Quelle: europapress.es