
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Missbrauch über Spielplattform: Festnahme in Andalusien
Vorgehen mit System
Ermittler der Guardia Civil haben einen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, über ein Videospiel das Vertrauen eines zwölfjährigen Jungen erschlichen zu haben. Die Festnahme erfolgte in Linares, einer Stadt in der Provinz Jaén. Wie die Behörde mitteilte, wird dem 47-jährigen Spanier vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum sexuelles Bildmaterial des Kindes erhalten und weiterverbreitet zu haben.
Kontaktaufnahme über gemeinsames Hobby
Der erste Kontakt entstand nach Angaben der Ermittler im Januar dieses Jahres. Der Beschuldigte reagierte auf einen Beitrag des Jungen in einem Online-Spiel und bat anschließend um eine Kontaktaufnahme über einen bekannten Messenger-Dienst. Bei den folgenden Unterhaltungen gab sich der Mann als begeisterter Anhänger von Sportwagen und Rennsport aus – eine Fassade, die laut Ermittlern allein dem Zweck diente, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen.
Eskalation der Gespräche
Die Kommunikation entwickelte sich schleichend. Aus anfänglich harmlosen Unterhaltungen wurden nach und nach Gespräche mit eindeutig sexuellem Charakter. Der Mann nutzte dabei die Anonymität des Internets, um die Distanz zu dem Kind zu verringern und es schließlich zur Übermittlung intimer Aufnahmen zu bewegen. Zusätzlich sandte der Verdächtige dem Jungen Dateien mit missbräuchlichem Inhalt, die von den Ermittlern sichergestellt und analysiert wurden.
Durchsuchung und Beweismittel
Nach der Auswertung der vom Täter verwendeten Profile konnten die Beamten den Mann in Linares lokalisieren. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismaterial sicher: fünf Mobiltelefone, 15 Speichermedien, drei Laptops und einen Desktop-Computer. Die Geräte werden nun forensisch untersucht.
Die Ermittlungen, die von der Guardia Civil in Valencia geführt werden, sind noch nicht abgeschlossen. Die Beamten gehen davon aus, dass der Festgenommene möglicherweise Kontakt zu weiteren Minderjährigen hatte. Entsprechende Hinweise würden derzeit geprüft. Die Akte wurde dem zuständigen Gericht in Catarroja übergeben.
Wie die Behörde weiter mitteilt, konnten durch die bisherige Auswertung der sichergestellten Geräte keine Hinweise auf weitere betroffene Kinder gewonnen werden. Die Untersuchung dauere jedoch an.
Quelle: europapress.es