
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Sonnenfinsternis lockt Millionen nach Spanien
Ein Himmelsspektakel mit Folgen für den Verkehr
Wenn sich am späten Nachmittag der Mond vor die Sonne schiebt, wird das in weiten Teilen Spaniens Millionen Menschen auf die Beine bringen. Besonders betroffen: die Regionen entlang der sogenannten Totalitätszone, in der das Schauspiel am vollständigsten zu sehen ist. 13 autonome Gemeinschaften liegen in diesem Korridor, und die Prognosen des Wirtschaftsministeriums sprechen von einer enormen Reisewelle.
Zwischen 400.000 und 1,5 Millionen zusätzliche Fahrten könnten an diesem Tag zusammenkommen, schätzen Experten. Viele Menschen wollen sich das seltene Ereignis nicht entgehen lassen – schließlich gab es die letzte totale Sonnenfinsternis auf der Iberischen Halbinsel 1912. Gegen 19.30 Uhr beginnt die partielle Phase, rund eine Stunde später folgt die totale Verdunkelung.
Großaufgebot für Sicherheit und Brandschutz
Die Behörden reagieren auf die erwarteten Menschenmassen mit einem massiven Sicherheitspaket. Insgesamt 33.000 Einsatzkräfte sind im Dienst: 24.000 Beamte der Guardia Civil an 660 Kontrollpunkten sowie 9.400 Polizisten der Nationalpolizei. Koordiniert wird das Ganze mit der Verkehrsbehörde DGT, lokalen Polizeieinheiten und dem Zivilschutz.
Neben der reinen Verkehrslenkung spielt der Brandschutz eine zentrale Rolle. Wegen der hohen Temperaturen und der vielen Menschen in Waldgebieten gelten verschärfte Vorsichtsmaßnahmen. Die Seprona-Einheiten der Guardia Civil überwachen mögliche Brandherde, während Drohnen und Luftfahrzeuge aus der Vogelperspektive nach Gefahren Ausschau halten.
Wo es eng wird: Sperrungen und Einschränkungen
Die Straßen werden voll – zwischen 30 und 100 Prozent mehr Verkehr wird erwartet. Besonders kritisch ist die Lage nach dem Ende der Totalität um etwa 20.30 Uhr, wenn sich viele Besucher gleichzeitig auf den Heimweg machen. Die Behörden raten eindringlich, unnötige Fahrten zu vermeiden und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. An mehreren Orten gibt es bereits konkrete Sperrungen:
- In Valencia wird die V-15 ab 18 Uhr in Richtung Autopista del Saler gesperrt, ebenso die CV-500 in beiden Richtungen.
- In Santander bleibt der Zugang zum Leuchtturm Cabo Mayor geschlossen.
- Auf Mallorca sind vor allem die Straße Ma-10 und die Inselhauptstadt Palma betroffen.
In der Sierra de Madrid werden zusätzliche Zufahrtsstraßen gesperrt, sobald die Parkplätze belegt sind.
Sicher beobachten: Diese Regeln gelten
Für alle, die das Himmelsereignis verfolgen möchten, gibt es klare Anweisungen: Nur eine Brille mit der Zertifizierung ISO 12312-2:2015 ist sicher genug. Herkömmliche Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz. Die Spezialbrille sollte schon vor Beginn der partiellen Phase aufgesetzt und erst nach dem Ende wieder abgenommen werden.
Personen mit Sehhilfen setzen die Brille einfach darüber. Wer kürzlich eine Augenoperation hatte, sollte das Ereignis besser im Fernsehen oder im Livestream verfolgen. Auch der Standort ist entscheidend: Ein Platz mit freier Sicht zum Horizont ist ideal, da die Sonne bei diesem Ereignis tief steht. Die Polizei appelliert außerdem, nicht am Straßenrand anzuhalten oder zu Fuß auf Fahrbahnen zu gehen – das ist nicht nur verboten, sondern lebensgefährlich.
Quelle: 20minutos.es