Kokain-Beschlagnahmungen sinken um 37 Prozent – Haschisch legt zu

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Kokain-Beschlagnahmungen sinken um 37 Prozent – Haschisch legt zu

von Clara Weber2 Min. Lesezeit

Bilanz 2025: 370 Tonnen Drogen sichergestellt

Die spanischen Ermittlungsbehörden haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Kokain aus dem Verkehr gezogen – die sichergestellte Menge fiel um 37 Prozent. Gleichzeitig stieg die Menge an Haschisch um 29 Prozent. Insgesamt beschlagnahmten die Sicherheitskräfte rund 370 Tonnen illegale Substanzen, darunter auch Marihuana, Heroin, Ecstasy und Crystal Meth. Konkret handelte es sich unter anderem um 875.000 Cannabispflanzen, 658.000 Ecstasy-Tabletten und 679 Kilogramm Crystal Meth.

Gründe für den Rückgang: Polizeidruck auf Großhändler

Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Zentrums für Nachrichtendienste gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität (CITCO) hervorgeht, ist der Rückgang bei Kokain auf gezielte Schläge gegen große Schmuggelnetzwerke zurückzuführen. Die Behörden konzentrierten sich verstärkt auf den Seehandel: Durchsuchungen von Frachtschiffen, Schnellbooten und Containern in spanischen Häfen führten zu zahlreichen Erfolgen. Dadurch wurde offenbar der Nachschub für den europäischen Markt spürbar gestört.

Haschisch trotz Anstieg unter Rekordniveau

Bei Haschisch verzeichnete das CITCO zwar einen Zuwachs von 29 Prozent, doch die 257 Tonnen liegen deutlich unter den Werten der Jahre 2021 bis 2023, als jeweils über 300 Tonnen sichergestellt wurden. Die Zunahme wird als Zeichen gewertet, dass der Handel mit Cannabisprodukten immer noch dynamisch ist, auch wenn große Fahndungserfolge gegen etablierte Routen erzielt wurden.

Neue Drogen im Fokus: Lachgas, Tusi und Ketamin

Der Bericht widmet sich auch neuartigen Substanzen, die zunehmend auf dem Schwarzmarkt auftauchen. Dazu gehören Lachgas (Distickstoffoxid), die Modedroge Tusi (eine Mischung aus Ketamin und MDMA), sowie höhere Mengen an Ketamin und bestimmten Opioiden. Zwar sind die absoluten Beschlagnahmungsmengen noch gering, doch die Behörden beobachten die Entwicklung genau – insbesondere im Hinblick auf junge Konsumenten. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in anderen europäischen Ländern.

Regionale Schwerpunkte: Andalusien, Madrid und Valencia

Bei den Ermittlungen und Festnahmen führt Andalusien die Statistik an: Dort wurden 5.267 Personen wegen Drogendelikten festgenommen, dicht gefolgt von der Autonomen Gemeinschaft Madrid mit 5.238 und der Valencianischen Gemeinschaft mit 3.968. Insgesamt ging die Zahl der Festnahmen landesweit um 8,72 Prozent zurück, während die Anzeigen nahezu stabil blieben (minus 0,42 Prozent).

Das geht aus dem CITCO-Jahresbericht hervor, der am Mittwoch vom spanischen Innenministerium veröffentlicht wurde.


Quelle: 20minutos.es

Mehr aus Andalusien & Madrid & Valencia