Ausbeutung in der Gastronomie: Festnahme in Palma

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Ausbeutung in der Gastronomie: Festnahme in Palma

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Gastronomie gilt als Boom-Branche des Südens – doch der Schein trügt. Während sich Urlauber an Tapas und Meerblick erfreuen, arbeiten hinter den Kulissen oft Menschen unter Bedingungen, die an das 19. Jahrhundert erinnern. Ein Fall aus Palma macht jetzt die Runde: Ein Unternehmer soll seine Angestellten systematisch ausgebeutet haben – mit einer Dreistigkeit, die selbst hartgesottene Ermittler überraschte.

Ein Fall von systematischer Ausbeutung

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, geriet der Gastronom bereits im vergangenen Sommer ins Visier der Polizei. Bei einer Routinekontrolle der Brigada Provincial de Extranjería y Fronteras entdeckten die Beamten einen Mitarbeiter ohne Aufenthaltsstatus. Die Konsequenz: eine Geldstrafe von 10.000 Euro – eine Summe, die für viele ein Warnschuss gewesen wäre. Doch dieser Unternehmer zog offenbar keine Lehren daraus. Im Gegenteil: Er machte weiter wie gehabt.

Bei einer erneuten Überprüfung in diesem Sommer stießen die Ermittler auf drei weitere Personen, die illegal beschäftigt wurden – zwei im selben Restaurant, eine in einem neu eröffneten Lokal. Die Arbeitsbedingungen, so stellte sich heraus, waren nicht nur rechtswidrig, sondern schlichtweg menschenunwürdig. Täglich zwölf Stunden, oft bis in die Nacht, maximal ein freier Tag pro Woche, und das über einen Zeitraum, in dem jeglicher Urlaub gestrichen wurde. Dafür gab es einen Lohn, der mit 1.000 Euro brutto nur knapp über der Armutsgrenze lag.

Die Realität hinter der Fassade

Man mag argumentieren, dass die betroffenen Arbeiter selbst Schuld seien, schließlich hätten sie die Bedingungen akzeptiert. Doch diese Haltung verkennt die Realität: Die Männer und Frauen stammen aus wirtschaftlich schwachen Ländern und fühlen sich gegenüber ihren Familien in der Heimat verpflichtet. Sie nehmen aus Not an, was sich ihnen bietet – und werden dafür ausgebeutet. Es ist ein Teufelskreis, der von skrupellosen Arbeitgebern bewusst ausgenutzt wird.

Besonders bitter ist, dass dieser Fall kein Einzelfall ist. Immer wieder decken Kontrollen auf, wie in Spaniens Tourismuszentren mit Arbeitskräften umgesprungen wird. Die Gastronomie, so scheint es, lebt nicht nur von Tapas und gutem Wein – sondern auch von einem Reservoir an willigen, aber rechtlosen Arbeitskräften. Harte Strafen sind daher nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Abschreckung. Die Festnahme des Gastronomen ist ein richtiges Signal – doch sie darf nicht das letzte bleiben.

Die Polizei und die Arbeitsinspektion haben mit ihrer beharrlichen Ermittlungsarbeit vorbildlich gehandelt. Der Mann muss nun mit den Konsequenzen rechnen: ein Strafverfahren wegen eines Delikts gegen die Rechte der Arbeitnehmer, das in Spanien mit Haftstrafen geahndet werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fall als Mahnung dient – für all jene, die noch glauben, sie könnten sich auf dem Rücken ihrer Angestellten bereichern.

Quelle: Europa Press


Quelle: europapress.es

Mehr aus Palma de Mallorca & Balearen