
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Sieben Bergrettungen in der Sierra Nevada
Einsatzreiches Wochenende für die Bergretter
Die Spezialeinheit GREIM der Guardia Civil in Granada blickt auf ein intensives verlängertes Wochenende zurück. Zwischen dem 31. Oktober und dem 3. November mussten die Einsatzkräfte insgesamt sieben Mal ausrücken – fünf davon in der Provinz Granada, zwei weitere als Unterstützung in Nachbarprovinzen. Wie die Behörde mitteilt, waren die meisten Fälle auf Stürze und Verletzungen beim Wandern oder Radfahren zurückzuführen.
Verletzte Sportler und ein Fall von Höhenkrankheit
Den Auftakt bildete ein Unfall am Samstagnachmittag nahe des Refugio de la Carihuela in der Sierra Nevada. Ein 57-jähriger Radfahrer war gestürzt und hatte sich das Knie verletzt. Die Retter immobilisierten das Bein mit einer Schiene und transportierten den Mann per Helikopter ins Krankenhaus nach Granada.
Am Sonntagvormittag folgte der nächste Einsatz: Eine 50-jährige Wandererin stolperte im Erholungsgebiet Prado Negro in Huétor Santillán. Da der Verdacht auf einen Wadenbeinbruch bestand, wurde die Frau mit einer Schiene versorgt und auf einer Trage zu ihrem Fahrzeug gebracht. Ein Begleiter übernahm anschließend den Transport ins Krankenhaus.
Der Montag hielt gleich zwei Einsätze bereit. Zunächst verletzte sich ein 22-jähriger Wanderer bei einem Sturz auf der beliebten Route Los Cahorros in Monachil am Knie. Vier Spezialisten trugen ihn in einer Trage bis zum Parkplatz, wo ihn der Rettungsdienst übernahm. Am Nachmittag meldete sich ein 21-Jähriger, der die Nacht im Refugio de La Caldera verbracht hatte, in der Nähe des Mulhacén II in Trevélez mit Unwohlsein. Die Ärzte vermuteten eine akute Höhenkrankheit – der junge Mann wurde zusammen mit seinem Begleiter per Hubschrauber in das Universitätsklinikum San Cecilio nach Granada geflogen.
Tierische Rettungsaktion mit Geduld
Der ungewöhnlichste Fall ereignete sich am Dienstagmorgen in der Rambla de los Volaores in Dúrcal. Zwei Jagdhunde waren nach einem vorangegangenen Jagdtag nicht zurückgekehrt und in einem unwegsamen Gelände gefangen. Ihr Besitzer konnte die Tiere zwar hören, aber nicht erreichen. Die Retter seilten sich in einigen Abschnitten ab und fanden die Hunde schließlich weiter entfernt als erwartet.
Geduld war gefragt: Erst als die Tiere ihre Angst verloren hatten, ließen sie sich ein spezielles Geschirr anlegen. Anschließend trugen die Spezialisten die Hunde einzeln auf dem Rücken die gegenüberliegende Felswand hinauf. Einer der Hunde war so erschöpft, dass er sich weigerte zu laufen und den gesamten Weg getragen werden musste. Nach rund fünf Stunden konnten die Tiere wohlbehalten ihrem Besitzer übergeben werden.
Hilfe über die Provinzgrenzen hinaus
Die Bilanz fällt allerdings noch umfangreicher aus, denn das Team war auch außerhalb Granadas gefordert. Bereits am 31. Oktober, direkt im Anschluss an den Einsatz in der Carihuela, flogen die Spezialisten nach Priego de Córdoba. Dort hatte sich ein Wanderer am Fuße des Pico de la Tiñosa am Bein verletzt. Unmittelbar danach ging es weiter in die Provinz Cádiz, wo die Einheit das örtliche GREIM aus Ubrique bei der Rettung einer Wanderin mit einer Fußverletzung unterstützte. Insgesamt zeigen die Zahlen: Der Trend zu Outdoor-Aktivitäten hält an – und mit ihm die Notwendigkeit gut ausgebildeter Bergretter.
Quelle: europapress.es