Schüsse vor Bordell: Prozess in Granada beginnt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Schüsse vor Bordell: Prozess in Granada beginnt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Blutiger Rachefeldzug nach Rauswurf

Vor der Audiencia de Granada beginnt in dieser Woche ein spektakulärer Prozess um einen nächtlichen Angriff auf Türsteher eines Erotikclubs in Atarfe. Die Staatsanwaltschaft fordert für zwei Angeklagte Haftstrafen von jeweils 15,5 Jahren. Den Männern werden versuchter zweifacher Mord und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Die Eskalation ereignete sich in der Nacht zum 6. November 2022 in einem Club an der Fernstraße N-432. Wie die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, die der Nachrichtenagentur Europa Press vorliegt, schildert, hatten die Sicherheitskräfte die beiden Männer im Alter von 32 und 40 Jahren mehrfach ermahnt, weil sie im Lokal für Unruhe sorgten. Gegen 2:30 Uhr warfen sie die Randalierer schließlich vor die Tür.

Doch die beiden kamen zurück – und das mit voller Wucht. In einem Kombi („ranchera“) kehrten sie an den Tatort zurück und positionierten sich direkt vor dem Eingang, wo die Türsteher Dienst schoben. Der Beifahrer soll seinen Arm mit einer Schusswaffe aus dem Fenster gestreckt haben. Der erste Schuss löste sich nicht, wie aus dem Dokument hervorgeht, das Europa Press einsehen konnte. Das verschaffte den Vigilanten einen kurzen Moment, um sich hinter einer Mauer in Deckung zu bringen.

Dann aber drückte der mutmaßliche Schütze erneut ab – insgesamt fünf weitere Male. Die Kugeln schlugen in die Holztür des Etablissements ein. Dass niemand getroffen wurde, grenzt an ein Wunder.

Flucht und späte Festnahme

Nach der Schussattacke flüchteten die Angreifer umgehend vom Tatort. Entscheidend für die Ermittlungen wurden Aufnahmen einer Überwachungskamera an einem Geldautomaten im Zugangsbereich zu den Gästezimmern des Clubs – sie dokumentierten einen Teil des Geschehens. Die beiden Türsteher, die als geschädigte Zeugen im Prozess auftreten, genießen als sogenannte „testigos protegidos“ besonderen Schutz.

Der mutmaßliche Schütze konnte erst vier Monate nach der Tat festgenommen werden. Bis zum Prozessbeginn am 13. November vor der Zweiten Strafkammer der Audiencia de Granada befindet er sich auf freiem Fuß. Die Anklagebehörde sieht bei beiden Beschuldigten zwei vollendete versuchte Tötungsdelikte und verlangt für jeden der versuchten Taten sieben Jahre Haft.

Hinzu kommt die Forderung nach einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis für das illegale Führen der Schusswaffe. Zusätzlich sollen die Angeklagten ein zwölfjähriges Kontakt- und Annäherungsverbot zu den Opfern auferlegt bekommen. Die Beweisaufnahme dürfte sich nicht zuletzt auf die Auswertung der Videoaufnahmen und die Aussagen der geschädigten Türsteher stützen.


Quelle: europapress.es

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