
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
16 Andalusier unter den Toten von Urda
Die Bilanz des schwersten Zugunglücks in Spanien seit Jahren wird immer konkreter. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf offizielle Stellen berichtet, sind unter den 69 Todesopfern des Zusammenpralls zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Urda mindestens 16 Menschen aus Andalusien. Das Unglück ereignete sich am vergangenen Mittwoch, dem 28. Oktober, auf der Strecke zwischen Madrid und Sevilla.
Prominente Opfer und gezielte Suche nach Vermissten
Unter den bestätigten Toten befindet sich die frühere sozialpolitische Spitzenpolitikerin Fátima Báñez. Die 59-Jährige, die während der konservativen Regierungen das Ministerium für Beschäftigung und Soziale Sicherheit leitete und zuletzt die CEOE-Stiftung führte, saß im Iryo-Zug, der von einem Renfe-AVE gerammt wurde. Sie wollte in Sevilla an einem Unternehmertreffen teilnehmen. Auch der Vater des bekannten Schauspielers César Vicente, der in Filmen von Pedro Almodóvar mitwirkte, gehört zu den Opfern. Ferner bestätigte die Familie des angesehenen Torero-Managers Antonio Vázquez dessen Tod; der 77-Jährige starb ebenfalls bei dem Aufprall.
Überwiegend junge Menschen und Pendler betroffen
Die Liste der Toten aus der Region Andalusien umfasst zahlreiche Menschen mittleren Alters, die auf dem Weg zur Arbeit oder zu Familie waren. Ein 31-jähriger Beamter der Guardia Civil, der in Madrid Dienst tat und nach Sevilla unterwegs war, verlor ebenso sein Leben wie ein 42-jähriger Polizist aus Alcalá de Guadaíra. Opfer sind außerdem ein 38-jähriger Ingenieur aus Huelva mit Wohnsitz in Sevilla sowie mehrere Reisende aus kleineren Gemeinden der Provinz. Unter den Toten befinden sich auch ein 32-jähriger Cordobeser, der seine Familie besuchen wollte, eine 26-jährige Frau mit Wurzeln in Rute, ein 22-jähriger Renfe-Techniker aus Málaga und ein 51-jähriger Unternehmer aus Granada. Die jüngsten Bestätigungen betreffen unter anderem eine Frau aus Cuevas de San Marcos und eine Bewohnerin von Rota.
Ermittlungen zur Unglücksursache laufen
Mit 69 Toten übertrifft diese Katastrophe das schwere Zugunglück von Adamuz im Januar diesen Jahres deutlich. In jenem Fall waren 46 Menschen gestorben. Die staatliche Eisenbahn-Unfalluntersuchungskommission hat die Ermittlungen zur Klärung der Kollisionsursache aufgenommen. Es ist die bislang schwerste Katastrophe dieser Art im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz.
Wie die Behörden mitteilen, waren zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes insgesamt 538 Reisende an Bord. Die Zahl der Verletzten wird mit mehr als 200 angegeben. Während die Identifizierung der Opfer in der Provinz Toledo andauert, rücken die Umstände des Unglücks in den Fokus. Ersten Erkenntnissen zufolge prallte der AVE auf den vorausfahrenden Iryo-Zug. Zeugenaussagen und die Auswertung der Fahrtenschreiber sollen nun Aufschluss über die genaue Abfolge geben.
Quelle: europapress.es