Gaditanos zahlen für Chaos am Strand

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Cádiz

Gaditanos zahlen für Chaos am Strand

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Urteil, das für Zündstoff sorgt

In Cádiz ist ein politischer Streit um die Bezahlung von Polizeibeamten an den Stränden der Stadt eskaliert. Der Vorwurf wiegt schwer: Der konservative Bürgermeister Bruno García habe bei der Vergabe von Zuschlägen nicht nur gegen geltendes Recht verstoßen, sondern zugleich Steuergelder in beachtlicher Höhe verbrannt. Die sozialistische Opposition sieht den Stadtchef in der Beweispflicht.

Der Sprecher der Sozialisten im Stadtrat, Óscar Torres, spricht angesichts eines aktuellen Gerichtsurteils von der „enésima prueba", dem x-ten Beleg für ein organisatorisches Chaos im Rathaus. Die Richter hatten einen Gemeinderatsbeschluss vom September 2024 gekippt, mit dem ein Sonderbonus für die Polizei bei der Strandaufsicht eingeführt wurde. Pro Diensttag sollten 352,94 Euro extra fließen, kassiert von der Gewerkschaft Autonomía Obrera. Torres wertet das Urteil als späte Genugtuung für die eigene Fraktion, die bereits damals vor dem Verfahren gewarnt hatte.

Teure Fehlplanung statt Dienst am Bürger

Doch es ist nicht allein der Grundsatz, der die Gemüter erhitzt. Es ist die Dimension. Rund 221.000 Euro seien durch das nun gekippte Modell aus den Stadtkassen geflossen, rechnet der Sozialist vor – eine Summe, die bei rechtssicherer Abwicklung deutlich niedriger ausgefallen wäre. Für Torres ist das kein Einzelfall, sondern die Logik einer vierjährigen Amtszeit: García habe die Strände der Stadt in einen Dauerzustand der Verwahrlosung geführt, die Lattenroste und Duschen seien verfallen, die Lautsprecheranlagen hätten den ganzen Sommer geschwiegen. Das letzte Jahr sei „das schlechteste, an das man sich erinnern kann", so die wenig schmeichelhafte Bilanz.

Der Angriff richtet sich dabei gezielt gegen die Symbolpolitik des Amtsinhabers. García hatte einst die Rückkehr der Polizei an den Strand als Allheilmittel für jedwede Missstände gepriesen. Realität sei jedoch, so Torres, dass diese Maßnahme lediglich die Probleme verschleiert habe, anstatt sie zu lösen. Der Bürgermeister müsse nun „viele Erklärungen" abgeben – nicht nur zum Urteil selbst, sondern zur Gesamtbilanz seiner Strandpolitik.

Während die Stadtverwaltung noch schweigt, hat die Opposition das Thema für die kommenden Haushaltsberatungen auf die Tagesordnung gesetzt. Die Fragen, die Torres stellt, sind brisant: Wer trägt die Verantwortung für den Millionenverlust? Und warum wurden Warnungen der eigenen Räte ignoriert? Die Antworten darauf dürften über die politische Zukunft von Bruno García in Cádiz entscheiden.

Wie die „Europa Press" berichtet, stützt sich die Kritik der Sozialisten auf ein Urteil, das die zentrale Gewerkschaftsklage bestätigt und die Zahlungsweise des Rathauses für unrechtmäßig erklärt hat. Die Causa dürfte nun auch juristisch noch nicht abgeschlossen sein – die Opposition prüft bereits, ob weitere Beschlüsse auf wackeligen Beinen stehen. Weiterlesen


Quelle: europapress.es

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