
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Buchmesse in Sevilla übertrifft Erwartungen
Dritte Auflage im Murillo-Garten wird zum Publikumsmagneten
Die Veranstalter der Sevillaner Buchmesse Felise zeigen sich nach den ersten Tagen hochzufrieden. Bereits am Donnerstagnachmittag sei eine deutliche Belebung der Stände zu verzeichnen gewesen, die sich über das gesamte Wochenende fortgesetzt habe. Die Nachfrage übertreffe die kühnsten Prognosen, heißt es aus dem Organisationsteam. Als zusätzlichen Antrieb für den Besucherandrang wertet die Leitung den arbeitsfreien Montag, der vielen Interessierten einen verlängerten Messebesuch ermöglicht habe.
Verstärktes Interesse an Lorca und historischen Stoffen
Die Besucherströme konzentrierten sich nach Angaben der Aussteller unter anderem auf Neuerscheinungen rund um das Werk von Federico García Lorca. Die Nachfrage nach biografischen Darstellungen wie „Los amores oscuros“ von Manuel Francisco Reina sei außergewöhnlich hoch, berichtet Pablo García vom Verlag Editorial Almuzara. Das anhaltende Interesse an der persönlichen Lebensgeschichte des Dichters zeige dessen ungebrochene Strahlkraft für neue Lesergenerationen. Die Auseinandersetzung mit der literarischen Moderne beschränkt sich jedoch nicht nur auf Lorca: Auch Werke der Generación del 27 finden demnach zunehmend Abnehmer. Die Autorin Eva Díaz Pérez präsentierte in diesem Kontext ihren Roman „Hijos del Mediodía“, der die Bedeutung Sevillas im Kontext der Iberoamerikanischen Ausstellung von 1929 thematisiert.
Parallel zu den Klassikern der Moderne verzeichnen die Buchhandlungen ein stabiles Geschäft mit Publikationen über das Brauchtum und die Geschichte der Stadt. Die anhaltende Wertschätzung für lokale Themen wird durch das Gedenkjahr zu Gustavo Adolfo Bécquer zusätzlich verstärkt, wie die Veranstalter mitteilen.
Breites Rahmenprogramm zwischen Wissenschaft und Jugendliteratur
Abseits der Verkaufstrends etabliert sich die Felise zunehmend als Plattform für den literarischen Diskurs. Der Schriftsteller Ignacio Peyró stellte seinen Essay über die Widersprüche des Erwachsenenlebens vor, während die zeitgenössische Erzählliteratur durch Jacobo Bergareche repräsentiert wurde. Ein Schwerpunkt lag zudem auf der Jugendliteratur: Beim Format „Reader Con“ kamen mehrere erfolgreiche Autorinnen mit ihrer Leserschaft ins Gespräch.
Für jüngere Besucher bot die Messe interaktive Formate, darunter Workshops mit dem Kinderbuchautoren Pedro Mañas. Die wissenschaftliche Perspektive vertrat der Biochemiker Álvaro Carmona, der unter seinem Pseudonym für populärwissenschaftliche Unterhaltung sorgt. Die Lyrikerin María Sanz rundete das Programm mit ihrer Teilnahme ab.
Kulturelle Zwischenbilanz nach starkem Auftakt
Mit insgesamt 55 Ständen, über 130 geladenen Autoren und einem Programm von mehr als hundert Einzelveranstaltungen präsentiert sich die Buchmesse in diesem Jahr als zentrales kulturelles Ereignis Sevillas. Die bisherige Resonanz bestätigt nach Einschätzung der Organisatoren den Kurs, die Veranstaltung verstetigt im historischen Ambiente der Jardines de Murillo auszurichten. Der Zuspruch des Publikums unterstreicht die Funktion der Messe als Ort des direkten Austauschs und als Impulsgeber für das kulturelle Leben der Stadt.
Wie die Tageszeitung Europa Press berichtet, lobte der Direktor der Messe ausdrücklich das Engagement der Sevillaner Bevölkerung sowie den Einsatz der beteiligten Buchhändler und Verlage für die Kulturvermittlung.
Quelle: europapress.es