Schwerstes Zugunglück seit Jahren

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Toledo

Schwerstes Zugunglück seit Jahren

von Redaktion2 Min. Lesezeit

64 Tote bei Zusammenstoß von Hochgeschwindigkeitszügen

Die Bilanz ist verheerend: Beim Aufprall zweier Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den Orten Urda und Los Yébenes in der Provinz Toledo sind nach aktuellen Angaben mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen, etwa 80 weitere wurden verletzt. Damit handelt es sich um das schwerste Zugunglück in Spanien seit über einem Jahrzehnt. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle dauerten den ganzen Tag über an, die Zahl der Opfer könnte daher noch steigen.

Ein Jahr mit vielen Todesfällen

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie schwerer Unglücke, die das Jahr 2026 für den spanischen Schienenverkehr bereits zur Tragödie gemacht haben. Erst im Januar war ein Zug der Gesellschaft Iryo auf der Strecke von Málaga bei Adamuz entgleist und in einen entgegenkommenden Alvia-Zug gekracht. Schon damals starben 46 Menschen, mehr als 150 wurden verletzt. Nur drei Tage später erschütterte ein weiteres Unglück Katalonien: In Gelida fiel eine Betonmauer auf einen Nahverkehrszug, der Lokführer kam ums Leben, dutzende Fahrgäste wurden verletzt. Allein in diesen drei Unfällen kamen in diesem Jahr bisher mindestens 111 Menschen ums Leben.

Rückblick auf vergangene Katastrophen

Der aktuelle Unfall von Urda übertrifft die Tragödie von Angrois bei Santiago de Compostela zwar zahlenmäßig noch nicht, nähert sich ihr aber bedrohlich an. 2013 war ein Alvia-Zug auf der Strecke Madrid–Ferrol in einer Kurve entgleist, 80 Menschen starben. In den folgenden Jahren gab es immer wieder schwere Zwischenfälle, etwa 2016 in O Porriño, als vier Menschen bei einer Entgleisung nahe der galicischen Grenze starben, oder 2018 ein Todesfall in Vacarisses. Auch Frontalzusammenstöße wie 2019 auf der Linie R4 bei Barcelona mit einem Todesopfer oder die Kollision mit einem Fahrzeug, das 2020 von einer Brücke auf die Gleise stürzte, zeigen die anhaltenden Risiken im Bahnverkehr.

Historische Unglücke als Mahnung

Die Geschichte des spanischen Schienenverkehrs ist von solchen Katastrophen geprägt. 2003 starben bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Talgo-Zug und einem Güterzug in Chinchilla 19 Menschen. Besonders schlimm war das Jahr 1944, als bei einem Unfall nahe Madrid fast 80 Tote zu beklagen waren – ähnlich viele wie beim Unglück von 1972 auf der Strecke Cádiz–Sevilla. Die Tragödie von Urda reiht sich damit in eine lange, traurige Liste ein. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen bereits auf Hochtouren. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, soll nun auch geprüft werden, ob technisches Versagen oder menschliches Fehlverhalten die Kollision ausgelöst hat. Die Aufarbeitung wird wohl Monate dauern.


Quelle: europapress.es

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