
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrid mobilisiert Rettungskräfte nach AVE-Unfall
Schwerer Zusammenstoß auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke
Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen eingeleitet, nachdem es am frühen Mittwochmorgen auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Andalusien zu einem schweren Unfall gekommen war. Wie die Behörden mitteilten, kollidierte ein AVE-Zug mit einem vorausfahrenden Iryo-Komposition. Der Aufprall ereignete sich gegen 8.45 Uhr in der Nähe der Bahnstation Urda in der Provinz Toledo. Durch die Wucht des Aufpralls entgleisten die hinteren Wagen des Iryo-Zuges. Die Strecke bleibt wegen der Bergungsarbeiten vorerst gesperrt.
Koordination im Krisenzentrum
Die Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hat sich umgehend in die Zentrale der Sicherheits- und Notfallagentur 112 (ASEM112) nach Pozuelo de Alarcón begeben. Dort verfolgte sie in der Krisensitzung die Lageentwicklung und koordinierte die Bereitstellung von Ressourcen. In einer ersten Stellungnahme betonte sie, alle Anstrengungen seien nun auf die Hilfe für die Betroffenen gerichtet. Man werde alles daran setzen, die Folgen des verheerenden Unglücks zu lindern, so die Regierungschefin.
Medizinische Versorgung und Klinik-Kapazitäten
An der Unglücksstelle selbst hat der Rettungsdienst Summa 112 ein erweitertes Behandlungszentrum eingerichtet. Dort wurden ersten Angaben zufolge insgesamt elf Personen versorgt, zwei weitere mussten in umliegende Krankenhäuser transportiert werden. Die Kliniken La Paz, 12 de Octubre und das Hospital de Getafe wurden für die Aufnahme von Verletzten in Bereitschaft versetzt. Zudem stellt der Madrider Gesundheitsdienst derzeit rund 920 Betten für mögliche Notfälle bereit. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Unglück behandelten Menschen beläuft sich nach Behördenangaben inzwischen auf mehrere Dutzend: Zehn Personen wurden direkt am Unfallort versorgt, 27 weitere in verschiedenen Madrider Krankenhäusern wie der Puerta de Hierro, der Fundación Jiménez Díaz oder dem Hospital del Henares.
Unterstützung für Angehörige und Opfer
Parallel zur medizinischen Akutversorgung wurde ein Zentrum für die Betreuung von Angehörigen im Madrider Bahnhof Atocha eingerichtet. Dort sind Mitarbeiter des Dienstes zur Kontaktaufnahme mit Familien (PECO) im Einsatz. Ein Team aus Psychologen und medizinischem Fachpersonal des Summa 112 steht den Familien zur Seite. Insgesamt wurden für den Einsatz ein Rettungshubschrauber, zwei Intensivtransportwagen sowie zahlreiche weitere Rettungsfahrzeuge und rund fünfzig Einsatzkräfte mobilisiert. Auch die Freiwilligen-Einheit ERIVE ist mit einem Logistik-LKW, Zelten und weiterer Ausrüstung an der Unglücksstelle oder auf dem Weg dorthin. Die Feuerwehr der Region Madrid hat ebenfalls schwere Bergungsfahrzeuge entsandt.
Identifizierung und Informationshotline
Für die Identifizierung der Todesopfer hat die Regionalregierung ein Team des Instituts für Rechtsmedizin aktiviert. Vier Forensiker und vier Psychologen wurden in das Büro für Unfallopfer im Stadtteil Arganzuela beordert, wo sie rund um die Uhr Daten sammeln und Angehörige unterstützen sollen. Zudem hat der regionale Notruf Madrid 112 eine Website eingerichtet, auf der drei Telefonnummern für Suchanfragen von besorgten Bürgern bereitstehen. Der soziale Notdienst der Region befindet sich in Bereitschaft, um ankommende Passagiere und deren Familien am Bahnhof zu empfangen. Der Verkehrsverbund von Madrid hat dem Ministerium für Verkehr und der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha zudem die Busflotte für mögliche Ersatztransporte angeboten.
Quelle: europapress.es