
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrid mobilisiert Rettungskräfte nach Zugunglück
Koordinierte Nothilfe in der Region
Nach dem schweren Eisenbahnunglück auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Andalusien hat die Regionalregierung von Madrid einen umfangreichen Rettungs- und Unterstützungseinsatz gestartet. Wie die Behörden mitteilten, konzentriert sich die Arbeit auf die unmittelbare medizinische Versorgung an der Unglücksstelle sowie auf die Betreuung von Angehörigen in der Hauptstadt.
Ablauf des Unglücks
Der Unfall ereignete sich am Morgen gegen 8:45 Uhr. Nach offiziellen Angaben kollidierte der aus Madrid kommende AVE-Zug 2080 mit dem vorausfahrenden Zug des Betreibers Iryo (Zug 6076) nahe der Station Urda. Durch den Aufprall entgleisten die hinteren zwei Waggons des vorausfahrenden Zuges.
Die Präsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, begab sich unmittelbar darauf in die Zentrale der Sicherheits- und Notfallagentur 112 (ASEM112) im Großraum Madrid. In der dortigen Krisensitzung koordinierte sie die Bereitstellung von Rettungskräften, medizinischem Personal und logistischen Mitteln zur Bewältigung des Unglücks, das als das schwerwiegendste seit dem Zugunglück in Galicien gilt.
Medizinische Infrastruktur
Der Notdienst Summa 112 hat am Unfallort einen erweiterten Sanitätsposten eingerichtet. Dort wurden nach Angaben der Regionalregierung elf Personen behandelt, zwei weitere mussten in umliegende Krankenhäuser verlegt werden. Für mögliche weitere Einweisungen wurden die Kliniken La Paz, 12 de Octubre und das Hospital de Getafe in Bereitschaft versetzt. Zusätzlich stellt das regionale Gesundheitsamt Sermas über 900 Betten für eventuelle Notfälle bereit.
Betreuung und Information
Im Bahnhof Madrid-Atocha wurde ein Angehörigenzentrum eröffnet. Dort ist der Dienst zur Kontaktpersonenvermittlung (PECO) im Einsatz, der die Kommunikation zwischen Familien und Behörden unterstützt. Ein Team aus Psychologen, ärztlichen und pflegerischen Fachkräften betreut die Wartenden. Die Hilfsmaßnahmen umfassen unter anderem einen Großaufgebot an Sanitätern, einen Rettungshubschrauber, mehrere Notarztwagen, zehn Rettungswagen, ein Logistikfahrzeug sowie zwei Koordinationseinheiten. Des Weiteren sind zehn Freiwillige der schnellen Eingreiftruppe ERIVE mit Zelten, Feldbetten und weiterem Material im Einsatz.
Die Feuerwehr der Region hat schwere Löschfahrzeuge und Rettungsfahrzeuge zur Unglücksstelle entsandt. Für die Suche nach Vermissten und die Identifikation der Opfer wurden zudem vier Forensiker und vier Psychologen des Instituts für Rechtsmedizin aktiviert, die in einer Anlaufstelle rund um die Uhr für Angehörige bereitstehen.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke bleibt infolge des Unfalls gesperrt. Der regionale Verkehrsverbund hat dem Verkehrsministerium und der Region Kastilien-La Mancha eine Busflotte zur Verfügung gestellt, um Fahrgäste zu transportieren. Informationen für Betroffene werden über eine eigens eingerichtete Webseite und drei Telefonhotlines des Notrufs 112 bereitgestellt. Wie Europa Press berichtet, ordnet die Regionalregierung die Priorität des Einsatzes der Betreuung Verletzter und Hinterbliebener zu.
Quelle: europapress.es