Moreno fordert komplette AVE-Überprüfung

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Moreno fordert komplette AVE-Überprüfung

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Dritter Todesfall innerhalb weniger Monate

Die Sorgenfalten auf Juanma Morenos Stirn waren bei seiner Stellungnahme am Mittwochnachmittag unübersehbar. Der Präsident der Junta de Andalucía reagierte damit auf den Zusammenstoß zweier Züge im Bahnhof von Urda in der Provinz Toledo – ein Unglück, das die Region erneut tief erschüttert. Bereits im Januar diesen Jahres hatte ein schwerer Unfall bei Adamuz in der Provinz Córdoba für Entsetzen gesorgt.

"Was ist nur los mit unserer Bahnstrecke?", fragte Moreno unmissverständlich. Der Politiker forderte vom Madrider Zentralstaat nicht weniger als "Transparenz, Strenge und Wahrheit". Man dürfe sich an solche Vorfälle niemals gewöhnen.

Zwei Unglücke, über 100 Todesopfer

Besonders deutlich wurde der Andalusier beim Blick auf die nüchterne Statistik: Auf der Verbindung zwischen Madrid und Andalusien kamen laut Morenos Angaben innerhalb von nur neun Monaten mindestens 114 Menschen ums Leben. Eine Zahl, die zeigt, wie dramatisch sich das Sicherheitsgefühl auf dieser Strecke verändert hat. Die einstige Vorzeigetrasse sei inzwischen alles andere als ein Garant für sicheres Reisen, so der Regierungschef.

Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Moreno forderte eine "sofortige technische Überprüfung sämtlicher Schienenwege in Andalusien". Das gelte insbesondere für die Hochgeschwindigkeitstrasse Richtung Hauptstadt. "Wir Andalusier wollen einfach nur normal und vor allem sorgenfrei unterwegs sein", betonte er.

Hilfe aus Andalusien

Schon am Morgen hatte Moreno mit seinem Amtskollegen aus Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, telefoniert und Unterstützung zugesagt. Die andalusische Gesundheitsbehörde SAS schickte umgehend mobile Intensivstationen sowie ein Logistikfahrzeug in das Unglücksgebiet, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen.

Für die Angehörigen der Opfer fand der Präsident bewegende Worte: Wie könne man all jene vergessen, die nun um Väter, Mütter oder Kinder bangten? Die Region stehe an ihrer Seite.

Neben Spanienweit angeordneter Trauer hat auch Andalusien dreitägige Staatstrauer ausgerufen – bis Samstagmittag, 14 Uhr. Am Abend wird sich Moreno gemeinsam mit dem Bürgermeister von Sevilla, José Luis Sanz, an einer Schweigeminute vor dem Palacio de San Telmo beteiligen, zu der der spanische Gemeindebund aufgerufen hatte.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, schickte Andalusien neben den mobilen Intensivstationen auch zusätzliches medizinisches Personal an den Unglücksort. Die genaue Ursache des Zusammenstoßes war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.


Quelle: europapress.es

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