
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Moreno setzt Termine nach Bahnkatastrophe aus
Unterbrechung des Regierungsalltags
Die Folgen des schweren Bahnunglücks auf der Strecke zwischen Madrid und Andalusien haben am Mittwoch unmittelbar die Tagesordnung der Regionalregierung in Sevilla durcheinandergebracht. Regierungschef Juanma Moreno sagte daraufhin kurzfristig alle für heute und morgen geplanten öffentlichen Termine ab. Wie aus seinem Umfeld verlautete, will er sich zunächst ganz auf die Koordination der Hilfsmaßnahmen und die Kommunikation mit den Betroffenen konzentrieren.
Kontaktaufnahme mit Kastilien-La Mancha
Noch am Vormittag suchte Moreno das Gespräch mit dem Präsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page. Die Region ist vom Unglücksort im Süden der Provinz Toledo unmittelbar betroffen. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme betonte der andalusische Regierungschef, dass sich unter den Fahrgästen der beiden kollidierten Züge vermutlich zahlreiche Andalusier befunden hätten. Er sicherte zu, dass die Notfallressourcen seiner Region für eventuelle Unterstützungsanfragen bereitstünden.
Erinnerungen an früheres Unglück
Moreno verwies in dem Zusammenhang auf ein ähnlich gelagertes Ereignis vom Januar dieses Jahres. Bei einem Zusammenstoß in Adamuz in der Provinz Córdoba waren damals 46 Menschen ums Leben gekommen. Der heutige Vorfall zwischen den Orten Mora und Urda, der sich kurz vor neun Uhr morgens ereignete, wecke daher erneut tiefe Besorgnis, so der Politiker.
Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge
Nach derzeitigem Kenntnisstand der Behörden fuhr ein als AVE gestarteter Zug von Madrid in Richtung Sevilla auf den vorausfahrenden Zug des Anbieters Iryo auf. Durch den Aufprall entgleisten die hinteren beiden Wagen des vorderen Zuges. Die genaue Ursache des Unfalls ist Gegenstand laufender Ermittlungen, offizielle Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Verschobene Regierungsgeschäfte
Die Absage betrifft unter anderem Morenos geplante Teilnahme am „Tag der Unternehmen“ bei der Arbeitgebervereinigung CEA in Sevilla. Auch die für den Nachmittag anberaumte Sitzung des Regionalkabinetts verschob sich, bei der der Entwurf für den Haushalt 2027 hätte verabschiedet werden sollen. Für Donnerstag war zudem eine Regierungsbefragung im Parlament von Andalusien vorgesehen. Ob diese Sitzung stattfinden kann, entscheidet sich nach einer Beratung des Ältestenrats und der Fraktionssprecher am Vormittag.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, reagierte die politische Führung in Sevilla damit umgehend auf die sich überschlagenden Ereignisse.
Quelle: europapress.es