Schwere Vorwürfe gegen Elite-College nach Schülertod

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Majadahonda

Schwere Vorwürfe gegen Elite-College nach Schülertod

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Anzeige wegen Verbrechens gegen die seelische Unversehrtheit

Das Colegio San Jaime in Majadahonda steht schweren Vorwürfen gegenüber. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, haben drei Familien Strafanzeige gegen die Privatschule, ihren früheren Direktor und eine Lehrerin eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Pädagogen sollen Schüler über einen langen Zeitraum hinweg gedemütigt, schikaniert und mit unverhältnismäßigen Strafen belegt haben.

Die Anwälte der Familien sprechen von einem Verbrechen gegen die moralische Integrität. Sie fordern die Justiz auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Schule selbst zeigt sich bislang bedeckt. Die neue Schulleitung erklärte auf Anfrage, man habe keine formelle Kenntnis von den Klagen und betonte, stets im Rahmen der Legalität und zum Wohle der Schüler gehandelt zu haben.

Der tragische Fall eines 14-Jährigen

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Fall eines 14-jährigen Schülers. Er stürzte im Februar dieses Jahres von einer Brücke über die Autobahn M-50 und erlag Ende März seinen schweren Verletzungen. Sein Fall ist der Auslöser für die Anzeige. Die Eltern sind überzeugt, dass das Verhalten der Lehrer eine Mitschuld am Tod ihres Sohnes trägt.

Laut der Anzeige war der Junge einer Klasse von ständigen öffentlichen Zurechtweisungen und Demütigungen ausgesetzt. Er wurde immer wieder des Klassenzimmers verwiesen und für Zwischenfälle verantwortlich gemacht, die er nach Ansicht der Familie gar nicht verursacht hatte. Besonders bitter: Man warf ihm vor, jüngere Mitschüler zu schikanieren, obwohl die Klassenlehrerin selbst diese Anschuldigung später als unbegründet bezeichnet haben soll.

Psychischer Druck und Hilflosigkeit

Die Anwälte schildern das Bild eines Jugendlichen, der unter dem Druck der Schule massiv litt. Ein Psychologenbericht, der der Anzeige beiliegt, beschreibt die belastende Schulsituation als „stark limitierend" für die psychische Entwicklung des Jungen. Am Tag vor seinem Suizidversuch soll er nach einem harmlosen Ballspiel erneut gerügt und zu einer schriftlichen Stellungnahme gezwungen worden sein.

Ein Indiz für das angespannte Klima liefern zudem die Mitschüler des Verstorbenen. Sie sollen der beschuldigten Lehrerin nach dem Vorfall offen Vorhaltungen gemacht haben. Als diese die Schüler aufforderte, ihre Kritik schriftlich zu formulieren, kamen angeblich vier Seiten mit Beschwerden zusammen. Ihr Verbleib ist bis heute unklar.

Systematisches Muster oder Einzelfälle?

Der Fall des 14-Jährigen ist nicht der einzige, der in der Anzeige aufgeführt wird. Die Familien zweier weiterer ehemaliger Schüler erheben ähnliche Vorwürfe. Sie berichten von einer Flut an Disziplinarstrafen und als ungerechtfertigt empfundenen Verweisen.

Auffällig: In beiden Fällen wurden die von der Schule verhängten Strafen und Expedienten von der regionalen Bildungsbehörde als fehlerhaft eingestuft und wieder aufgehoben. Die Behörde bemängelte unter anderem Verfahrensfehler, die zu einer Schutzlosigkeit der betroffenen Schüler geführt hätten.

Die drei Familien sehen darin ein klares System und werfen der Schulleitung vor, trotz Kenntnis der Beschwerden nicht ausreichend eingeschritten zu sein. Sie erhoffen sich nun von der juristischen Aufarbeitung Klarheit – und Antworten auf die Frage, ob der Tod des Jungen hätte verhindert werden können.


Quelle: europapress.es

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