
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Polizei zerschlägt Drogen-Club in Valencia
Die Cannabis-Lüge: Wie ein „Sozialer Club“ zum Drogenmarkt wurde
In Spanien ist der Schein oft mehr als nur die halbe Miete – er ist ein Geschäftsmodell. Das beweist der jüngste Schlag der Nationalpolizei in Valencia. Unter dem Deckmantel eines legal wirkenden „Club Social“ betrieb ein 24-jähriger Mann einen schwunghaften Drogenhandel. Die Fassade ist gekippt, die Bilanz eindeutig: mehr als ein Kilogramm Cannabis, 767 Euro Bargeld und ein Haftbefehl.
Die Masche mit der Mitgliedschaft
Die Täter bedienten sich einer perfiden Strategie: Das Lokal bewarb sich im Internet und in sozialen Netzwerken explizit als privater Cannabis-Club – ein Köder für ahnungslose Touristen. Diese sollten glauben, in einem rechtlich grauen, aber geduldeten Raum zu konsumieren. Doch die Rechnung ging nicht auf. Wie die Polizei mitteilt, war die angebliche „Sozialbindung“ nichts als eine Farce. Für 25 Euro Eintritt wurde man „Mitglied“ – wer wollte, konnte die Drogen aber auch ohne jede Mitgliedschaft kaufen und sogar mit nach Hause nehmen. Praktischerweise lieferte der Laden gleich die passenden Tüten dazu, um die Ware vor Polizeikontrollen zu verstecken.
Der Schein trügt: Kein Schutzraum, sondern Dealerkeller
Die Ermittler der Polizei hatten die Masche bereits Ende August durchschaut. Was wie ein geschützter Raum für Kiffer-Romantiker anmutete, entpuppte sich bei der Durchsuchung am 20. Oktober als professionell geführter Verkaufspunkt. Die Beamten fanden nicht nur hunderte Dosen mit Marihuana und Haschisch, sondern auch Verpackungsmaterial, eine Präzisionswaage und Dokumente, die die kriminelle Energie des Betreibers belegen. Die Botschaft der Polizei ist klar: Wer unter dem Deckmantel des „Club Social“ Drogen an jedermann verkauft, hat den Schutz des Gesetzes verwirkt.
Ein Schlag, der Wirkung zeigt
Die Operation ist ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die Scheinlegalität. Sie zeigt, dass die Behörden die Entwicklung im Blick haben, bei der Drogen-Clubs als Tarnung für den offenen Handel missbraucht werden. Der 24-jährige Festgenommene muss sich nun wegen eines Vergehens gegen die öffentliche Gesundheit verantworten. Dass ausgerechnet Touristen als Zielgruppe auserkoren waren, macht den Fall besonders perfide – und den Ermittlungserfolg umso wichtiger.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, basiert dieser Artikel auf einer Meldung der Polizei. Die Justiz wird nun über das weitere Vorgehen entscheiden. Für Valencia aber gilt: Die Null-Toleranz-Strategie gegenüber Drogen-Tourismus zeigt erste Erfolge.
Quelle: europapress.es