
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Málaga taumelt dem Abgrund entgegen
Ein Spiel wie ein Sinnbild der Saison
Wer geglaubt hatte, der Málaga CF habe seine Krisenzeit hinter sich, wurde am Samstag in La Rosaleda eines Besseren belehrt. Gegen Racing Santander bot der Club aus Andalusien über weite Strecken eine Vorstellung, die man als mutlos, ideenlos und letztlich chancenlos bezeichnen muss. Die 1:2-Niederlage war kein Betriebsunfall, sondern die logische Konsequenz aus einer Mannschaft, die den eigenen hohen Ansprüchen seit Wochen hinterherläuft. Nun trennen den einstigen Champions-League-Teilnehmer nur noch zwei mickrige Punkte von den Abstiegsrängen – die Länderspielpause kommt da alles andere als gelegen.
Ein Blitzstart, der verpufft
In der Anfangsphase waren die Hausherren noch bemüht, den Takt vorzugeben. Nach einer verletzungsbedingten Umstellung – Rafita musste früh vom Platz, für ihn kam Larrubia – entwickelte der Málaga immerhin phasenweise Druck. Es war Dotor, der in der 34. Minute nach einer Hereingabe von Niño die verdiente Führung erzielte. Dieser Treffer hätte der Wendepunkt sein können, ein Signal an die eigene Fanschar. Doch wie so oft in dieser Spielzeit gelang es dem Team nicht, den Vorsprung zu verwalten oder gar auszubauen. Stattdessen kam, was in solchen Konstellationen meistens kommt: die Quittung.
Der Einbruch nach der Pause
Man möchte fast von einem kollektiven Blackout sprechen. Innerhalb von zehn Minuten nach Wiederanpfiff drehte Racing das Spiel. Iker Luque traf in der 50. Minute, Zabiri legte in der 60. nach. Die Defensive, noch in der ersten Halbzeit stabil, wirkte plötzlich wie ein Kartenhaus. Die anschließende Gelb-Rote Karte für Aznou (64.) war die logische Konsequenz einer Mannschaft, die den Faden komplett verloren hatte. Die letzten 25 Minuten waren ein einziger Offenbarungseid: bemühte Ansätze, aber kein Durchsetzungsvermögen. Selbst als ein möglicher Strafstoß nach einer Abseitsstellung zurückgenommen wurde, wirkte das Team wie gelähmt.
Ein Verein am Scheideweg
Die Pfiffe und die lautstarken Rücktrittsforderungen gegen den Sportdirektor Loren waren unüberhörbar – und keineswegs überzogen. Dieses Málaga hat keine Gesichter, keinen Leader, keine Spielidee. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: zu wenige Tore, zu viele vermeidbare Gegentreffer, zu wenig Charakter. Gegen einen Gegner wie Racing, der nicht besser war, aber cleverer, zeigt sich das ganze Dilemma. Wie die spanische Sportpresse, darunter auch die Marca, zuletzt betonte, fehlt es bei den Blanquiazules nicht an Talent, sondern an der richtigen Einstellung in den entscheidenden Momenten.
Ein Weckruf für die letzte Etappe
Der Blick auf die Tabelle macht die Lage unmissverständlich klar: Zwei Punkte Abstand auf den Relegationsplatz, und die nächsten Spiele sind allesamt Endspiele. Trainer und Mannschaft sind nun gefordert, in der Pause nicht nur taktisch, sondern vor allem mental an sich zu arbeiten. Sonst könnte aus dem Traditionsclub am Mittelmeer schneller ein Drittligist werden, als den Verantwortlichen lieb ist. Die Fans haben den Ernst der Lage längst erkannt – die Frage ist, ob es die Mannschaft auch tut. Ein weiterer Fehltritt, und das Projekt Klassenerhalt wird zur Illusion.
Quellen: Berichterstattung von axarquiaplus.es sowie weitere Informationen von Marca und AS.
Quelle: axarquiaplus.es