Mollina erweitert Krippenkunst-Sammlung

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Mollina

Mollina erweitert Krippenkunst-Sammlung

von Redaktion4 Min. Lesezeit

Zehnte Saison mit erweitertem Bestand

Das Internationale Museum für Krippenkunst (Museo Internacional de Arte Belenista) in Mollina, Provinz Málaga, hat seine zehnte Ausstellungssaison eröffnet. Wie die Stiftung Díaz Caballero als Trägerin des Hauses mitteilte, umfasst die Sammlung inzwischen rund 650 Werke – darunter vollständige Krippen, Einzelfragmente, Dioramen und Figurenensembles. Ein Teil der Dauerausstellung wurde für die Kampagne 2026/27 neu gestaltet.

Schwerpunkt: Die Heiligen Drei Könige

Einen inhaltlichen Akzent der neuen Saison bilden mehr als 60 Exponate, die Melchor, Gaspar und Baltasar gewidmet sind. Laut Ana Caballero, Vizepräsidentin der Stiftung, entstand eines dieser Werke eigens für die Ausstellung vor Ort durch andalusische Künstler. Die Installation mit dem Titel „Oro, incienso y mirra para el más humilde rey" (Gold, Weihrauch und Myrrhe für den demütigsten König) ist im zentralen Verteilerbereich des Museums zu sehen. Sie stammt von den Krippenbauern José Ángel García, Gonzalo Carrillo, Miguel Ángel Ruiz, José Manuel Coto und Antonio Reyes und verwendet Figuren aus der italienischen Manufaktur Heide. Die menschlichen Figuren erreichen nahezu einen Meter Höhe; auch Pferd, Kamel und Elefant der Könige sind entsprechend dimensioniert.

Restauriertes Gründungsexponat erstmals ausgestellt

Ebenfalls neu präsentiert wird „Nacimiento en un patio andaluz" (Geburt in einem andalusischen Innenhof) im Saal 3. Es handelt sich um die erste Krippe, die die Stiftung Díaz Caballero im Jahr 2016 erwarb. Nach einer Restaurierung durch Alejandro Calderón und Francis Pérez wird das Werk von Juan José Millán mit Figuren der Werkstätten Rioja und Lagares nun erstmals in Mollina gezeigt.

Im Saal 7 debütiert „Recuerdos de la Alhambra" (Erinnerungen an die Alhambra) von Araceli Gamero und Manuel Fernández mit Figuren von Enrique Villagrasa. Die anachronistisch angelegte Szene verlegt die Anbetung der Könige in einen Saal der nasridischen Festung von Granada, während Josef sich mit einem Gelehrten über den Palastkomplex austauscht.

Fortbestehende Exponate und internationale Perspektiven

Zu den weiterhin gezeigten Arbeiten mit königlichem Motiv zählt „Se cuenta que también había un cuarto Rey Mago" (Man erzählt sich, dass es auch einen vierten König gab) von Javier Rodríguez und Rocío Romero mit Figuren von Ariel Mora. Das Werk greift die von Henry van Dyke 1896 in „The Other Wise Man" festgehaltene Legende des Artaban auf, der auf seinem Weg nach Bethlehem durch Wohltätigkeit mit seinen mitgeführten Edelsteinen zurückbleibt. Auch „Aquel sueño de Reyes" (Jener Traum der Könige) von José Manuel Coto ist erneut zu sehen; die Szene verschränkt Fantasie und Realität in einem Kinderzimmer am Vorabend des 6. Januar.

Im Saal 5 bleiben unter anderem „Visita de los Reyes a Herodes" (Besuch der Könige bei Herodes) von Francisco Javier Guilloto sowie „Envuelto en Granada" (In Granada gehüllt) von Mauricio Yuste zugänglich, das die Könige in einer Straße an der im 14. Jahrhundert errichteten Puerta de las Orejas in Granada zeigt.

Kurioses und thematische Vielfalt

Im zentralen Verteilerbereich sind die Könige zudem in einer großen neapolitanischen Krippe von Claudio Mattei und seiner Gruppe aus Ponte San Pietro zu sehen sowie in einer Anbetungsszene mit fast metergroßen Figuren der Krippenfreunde von Fuente Álamo (Murcia). Zu den ungewöhnlicheren Darstellungen zählt „Hacia Belén desde las Estrellas" (Nach Bethlehem von den Sternen herab), in der die Heiligen Drei Könige mit einem Raumschiff der USS Enterprise aus der Serie „Star Trek" durch den Himmel ziehen, sowie ein hölzernes deutsches Karussell.

In der Höhle (Saal 1) mit acht Szenen des Neuen Testaments von der Verkündigung bis zur Kindheit Jesu sind die Könige im Mittelteil um das neugeborene Kind angeordnet. In „Navidad en Andalucía" (Weihnachten in Andalusien, Saal 4) erscheinen sie in Almería an Bord des Schiffes „Orientis Stella" mit Geschenken; im „Monte Sacro" (Saal 6) ist ein Zug in Richtung des Geburtsorts zu sehen.

Vollständige Erneuerung einzelner Bereiche

Nach Angaben des Museums wurden die Exponate der Sektion „Belenes del Mundo" (Krippen der Welt) vollständig erneuert; Gleiches gilt für die Fragmente im Verteilerbereich, die neue Figuren der Heiligen Drei Könige erhalten. Neu ist zudem „Misa en Navidad" (Christmette) mit Figuren der Werkstatt Tula, an der Ignacio Fernández, Ana Azcona, Javier Senosiain, Cristina Vuelta und Carmen Yoldi mitgewirkt haben. Das Werk führt Besucher in das Innere einer Kirche während der Eucharistiefeier, in der die Gemeinde eine aufgebaute Krippe betrachtet; besondere Aufmerksamkeit gilt der Ausarbeitung der Geschäfte in der Straße vor dem Gotteshaus.

Hintergrund und Status

Die Stiftung Díaz Caballero hatte das ganzjährig geöffnete Museum initiiert, um Werke zu bewahren, die die Krippenbautradition auf die Ebene der Kunst heben. Die Krippenkunst ist in Spanien als immaterielles Kulturerbe anerkannt und in Andalusien als Kulturgut mit der Typologie „Aktivität von ethnologischem Interesse" eingestuft. Eröffnet wurde das Kulturzentrum im November 2017 im Industriegebiet Casería del Rey in Mollina; es zeigt nach eigenen Angaben mehr als hundert Krippen und Dioramen. (Quelle: Europa Press)


Quelle: europapress.es

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