Maskierte Randalierer legen Bilbao lahm

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bilbao

Maskierte Randalierer legen Bilbao lahm

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Nächtliche Krawalle erschüttern die Innenstadt

Die Bilbaoer Innenstadt war in der vergangenen Nacht Schauplatz schwerer Ausschreitungen. Vermummte Täter zogen durch die Straßen, zündeten Container und Fahrzeuge an und plünderten Geschäfte. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mindestens 20 Personen wurden festgenommen, wie der Sicherheitsminister des Baskenlandes, Bingen Zupiria, am Morgen mitteilte. Besonders brisant: Ein erheblicher Teil der Festgenommenen ist minderjährig.

Organisierte Gewalt oder spontaner Protest?

Die Krawalle ereigneten sich im Zusammenhang mit geplanten Protesten gegen einen Auftritt des rechtsextremen Aktivisten Vito Quiles. Dessen Veranstaltung war jedoch abgesagt worden. Zupiria betonte, dass die anschließenden Ausschreitungen nicht spontan erfolgten, sondern "perfekt vorbereitet" waren. Dies sei ein Grund für erhöhte Alarmbereitschaft.

Sicherheitsminister warnt vor Nachahmungstätern

Zupiria zeigte sich tief besorgt über die Entwicklung. Er vermutet, dass die Täter versuchen, gewalttätige Bewegungen aus anderen europäischen Städten nachzuahmen. Die Gewalt sei "inakzeptabel" und man erlebe etwas, das man "für überwunden gehalten habe", so der Minister in einem Interview mit dem Sender ETB, das von der Nachrichtenagentur Europa Press verbreitet wurde. Die Frage, ob lokale Gruppen in die Organisation der Krawalle verwickelt waren, ließ er unbeantwortet.

Angriff auf Polizei und Plünderung lokaler Geschäfte

Laut Zupiria konzentrierten sich die ersten Auseinandersetzungen auf das Gelände der Universität von Deusto und die Umgebung der dortigen Polizeiwache. Anschließend verlagerten sich die Randalierer in das Geschäftsviertel Indautxu. Dort attackierten sie brutal ein Motorrad der kommunalen Polizei und plünderten mehrere kleinere, inhabergeführte Läden – keine Filialen großer Ketten. Die Polizei hatte zuvor mit einem Großaufgebot versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar, soll aber in den kommenden Tagen ermittelt werden, um den betroffenen Geschäftsleuten Unterstützung zukommen zu lassen.

Appell an die gesamte Gesellschaft

Der Sicherheitsminister forderte ein entschlossenes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden, aber auch eine klare gesellschaftliche Ächtung der Gewalt. Die Justiz müsse die Täter zur Verantwortung ziehen. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, sich unmissverständlich von den Ausschreitungen zu distanzieren, da kein politisches Ziel Gewalt rechtfertige. Die Ereignisse in Bilbao stünden in einem Kontext allgemeiner politischer Unruhe in Europa, Spanien und dem Baskenland, so seine Einschätzung.

Wie die baskische Polizei weiter mitteilte, laufen die Ermittlungen zur Identifizierung weiterer Beteiligter auf Hochtouren. Die Behörden rechnen mit weiteren Festnahmen. Die Ermittler prüfen auch, ob es Verbindungen zu ähnlichen Vorfällen in anderen Städten gibt. Die Stadtverwaltung kündigte an, die beschädigten Bereiche schnellstmöglich zu reparieren. Aus Kreisen der Polizei war zu vernehmen, dass die Videoaufnahmen der Überwachungskameras ausgewertet werden, um die genaue Anzahl der Täter zu bestimmen. Eine erste Einschätzung geht von einem harten Kern von etwa 50 bis 60 Personen aus. Die Ermittlungen dauern an.


Quelle: europapress.es

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