Baskenland trotzt dem Negativtrend

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bilbao

Baskenland trotzt dem Negativtrend

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Arbeitsmarkt im Norden: Mehr Jobs, weniger Sorgen?

Während Spanien insgesamt über die wirtschaftliche Schieflage klagt, sendet das Baskenland ein ermutigendes Signal. Die Arbeitslosenquote in der Autonomen Gemeinschaft ist auf 6,6 Prozent gesunken – ein Wert, von dem andere Regionen nur träumen können. Doch die Zahlen offenbaren bei genauerem Hinsehen auch Schattenseiten.

Industrie als Jobmotor, Dienstleister schwächeln

Im dritten Quartal 2026 waren laut der Erhebung Eustat rund 1.012.800 Menschen beschäftigt, 1.700 mehr als im Vormonatszeitraum. Die Arbeitslosigkeit ging parallel um 3.100 Personen auf 71.400 zurück. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl ist allerdings fast ausschließlich auf Männer zurückzuführen: Während ihre Arbeitslosigkeit um 5.000 sank, stieg die Zahl der arbeitslosen Frauen um 1.900 an. Die weibliche Arbeitslosenquote kletterte auf 7,4 Prozent, während die der Männer auf 5,8 Prozent fiel. Wer jetzt von Gleichberechtigung spricht, liegt richtig – allerdings in die falsche Richtung.

Der Zuwachs bei der Beschäftigung basiert vor allem auf der Industrie, die 2.700 neue Arbeitsplätze schuf. Der Dienstleistungssektor legte nur minimal zu, während Bau und Landwirtschaft kräftig Federn lassen mussten. Besonders bemerkenswert: Die Jugendarbeitslosigkeit (16–24 Jahre) sank um zwei Prozentpunkte auf 13,2 Prozent, liegt aber immer noch auf einem Niveau, das viele andere EU-Staaten als alarmierend einstufen würden.

Gipuzkoa als Musterschüler, Bizkaia mit Aufholbedarf

Die regionalen Unterschiede bleiben eklatant. Gipuzkoa sticht mit einer Arbeitslosenquote von nur 4,9 Prozent hervor – praktisch Vollbeschäftigung. Bizkaia hingegen, mit Bilbao als Zentrum, kämpft weiterhin mit 7,7 Prozent Arbeitslosigkeit. Álava liegt mit 6,4 Prozent im Mittelfeld. Kritiker könnten einwenden, dass die baskische Wirtschaftsstruktur mit ihrer starken Industriebasis eben nicht repräsentativ für den Rest Spaniens ist. Doch genau das ist der Punkt: Es geht auch anders.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Haushalten: In 558.000 Haushalten sind alle Erwerbstätigen beschäftigt – 3.000 mehr als zuvor. Die Zahl der Haushalte, in denen niemand arbeitet, sank ebenfalls. Die Stabilität des Arbeitsmarktes zeigt sich auch bei den unbefristeten Verträgen, die im Quartalsvergleich um 3.100 zugenommen haben.

Die baskische Wirtschaft bleibt ein Stabilitätsanker im Norden Spaniens. Ob das Modell exportierbar ist, bleibt fraglich – aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wer auf Industrie und Ausbildung setzt, muss nicht zwangsläufig in der Arbeitslosigkeit versinken. Die Daten von Eustat zeigen: Mit einer Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent bleibt das Baskenland einer der stärksten Arbeitsmärkte des Landes. Das sollte auch Madrid zu denken geben.

Quelle: Eustat-Erhebung zur Bevölkerung in Bezug auf die Aktivität, veröffentlicht über Europa Press.


Quelle: europapress.es

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