Neue Rettungstrage: Baskenland rüstet für Kinder-Notfälle auf

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Baskenland

Neue Rettungstrage: Baskenland rüstet für Kinder-Notfälle auf

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Kind in der Notschlaufe

Wenn in den steilen Felsen des Baskenlandes ein Wanderer stürzt, zählt jede Minute. Doch was passiert, wenn ausgerechnet die Kleinsten betroffen sind? Ein Kind mit 15 Kilo Körpergewicht in einer Trage für Erwachsene zu sichern, ist riskant – es kann verrutschen, durch die Gurtführung unkontrolliert baumeln oder schlichtweg nicht ausreichend fixiert sein. Die baskische Polizei hat daraus nun die Konsequenz gezogen.

Ein Material, das auf Erfahrung basiert

Die Spezialeinheit für Überwachung und Rettung der Ertzaintza hat eine neuartige Trage in ihren Bestand aufgenommen. Es handelt sich um eine sogenannte Rettungs-Box, die speziell für die Evakuierung von Kindern konzipiert wurde. Entwickelt wurde das Hilfsmittel, das intern den Namen "Baby Rescue" trägt, nicht am Reißbrett, sondern aus der Praxis. Wie das Innenministerium der Region mitteilte, hatten die Spezialisten der Einheit nach zahlreichen Einsätzen in der Natur erkannt, dass eine herkömmliche Trage für die kleinsten Unfallopfer ungeeignet ist.

Technische Details für maximale Sicherheit

Die neue Anschaffung ist keine simple Decke, sondern ein durchdachtes System: Es handelt sich um eine gepolsterte Tasche, die als Liegefläche dient und mit mehreren Haltepunkten ausgestattet ist. So wird der Nachwuchs während des Transports optimal geschützt. Die Besonderheit liegt in der Zulassung: Die Trage ist für die Evakuierung per Helikopter homologiert. Gerade in schwer zugänglichen Bergregionen, wo ein Abtransport zu Fuß Stunden dauern würde, ist diese Option ein entscheidender Vorteil. Ausgelegt ist die Konstruktion für Kinder bis zu einer Körpergröße von 110 Zentimetern und einem Gewicht von maximal 25 Kilogramm.

Ein kalkulierbares Risiko

Man könnte einwenden, dass die Anschaffung angesichts der wenigen Fälle, in denen Kleinkinder tatsächlich in Not geraten, eine Überinvestition sei. Doch dieser Einwand greift zu kurz. Zwar sind die Einsätze, bei denen die Verletzten so jung sind, statistisch gesehen eine Seltenheit – die Üblichen sind Erwachsene mit Wandertrauma oder Badeunfällen. Doch genau in diesen Fällen sind es oft die Begleitpersonen, die nicht abtransportiert werden können. Ein Vater mit Beinbruch, ein Kind an der Hand: Bisher musste die Mannschaft improvisieren. In Zukunft wird dieser Teil des Rettungseinsatzes nicht mehr dem Zufall überlassen.

Die neuen Tragen sind für die Wasser-, Berg- und Luftsektion der Einheit bestimmt. Sie stellen sicher, dass die Retter im Ernstfall nicht nur technisch, sondern auch taktisch vorbereitet sind – bis ins kleinste Detail.

Die Informationen zu diesem Artikel basieren auf einem Bericht von Europa Press.


Quelle: europapress.es

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