
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Drogenlager im Gemüsegarten aufgeflogen
Ein Streit führt die Polizei zu einem Drogenlager
Was als banale Auseinandersetzung begann, endete für zwei Männer im Visier der Staatsanwaltschaft. Beamte der baskischen Polizei entdeckten bei einem Einsatz in Iurreta (Bizkaia) ein regelrechtes Warenlager der Drogenszene – versteckt zwischen Gartenwerkzeug und Pflanzentöpfen. Der Fund wiegt schwer: fast vier Kilogramm Marihuana in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen, jede Menge Amphetamin und ein Bargeldbestand, der jede Ernteerklärung sprengen würde.
Die Bilanz eines Zugriffs
Die Beamten rückten am Donnerstagnachmittag aus, nachdem ein Alarm eingegangen war. Vor Ort trafen sie auf die Kontrahenten des Streits – darunter der Eigentümer eines kleinen Anwesens. Bei der Inspektion der Gartenhütten wurden die Ermittler schnell fündig: An den Wänden trockneten Zweige der Cannabis-Pflanze, als handele es sich um Kräuterbündel für die Küche.
Die spätere Durchsuchung förderte dann ein Sortiment zutage, das professionelles Handeln verrät:
- 1,7 Kilogramm Marihuana-Blüten
- 2,2 Kilogramm bereits zerkleinertes Cannabis
- 40 Gramm Amphetaminsulfat, im Jargon „Speed“ genannt
- Zehn rosafarbene Tabletten ungeklärter Zusammensetzung
- Mehrere Waagen für die Abpackung
- Über 7.000 Euro in bar
- Vier Druckluftgewehre samt Munition
Für die Ermittler ist die Mischung aus Drogen, Bargeld und Waffen kein Zufall, sondern das typische Inventar eines Dealer-Stützpunkts. Die Polizei nahm den 41-jährigen Eigentümer des Geländes sofort fest. Ein zweiter Mann, 39 Jahre alt, der noch vor der Durchsuchung am Ort erschien, wird als mutmaßlicher Miteigentümer eines Teils der Drogen geführt. Seine Akte weist bereits fünf frühere Festnahmen auf – ein Umstand, der die Annahme gewerbsmäßigen Handels stützt.
Die Naivität der Täter
Wer glaubt, Drogenhandel finde nur in Hinterzimmern oder an Industrierändern statt, sieht sich hier eines Besseren belehrt. Ein Gemüsegarten in einer Kleinstadt als Umschlagplatz – die Täter haben offenbar darauf gesetzt, dass niemand hinter Holzzäunen und Tomatenstauden nach sucht. Doch die Ertzaintza zeigt sich ermittlungsfreudig. Der Fund in Iurreta ist ein weiterer Beleg dafür, dass auch ländliche Gebiete längst Teil des illegalen Marktes sind. Der Festgenommene wurde am Freitag der Justiz übergeben. Die Ermittlungen laufen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt abzuwarten, ob die Behörden die Lieferketten hinter dem Fund nun weiter aufrollen können.
Ein Schlag mit Signalwirkung?
Kritiker könnten einwenden, dass ein Fund von knapp vier Kilo Marihuana angesichts internationaler Drogenströme nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Doch diese Sichtweise verkennt die Dimension: Es geht nicht um den Einzelfall, sondern um die Botschaft an die Szene. Wer im Baskenland mit Drogen handelt, muss mit Hausdurchsuchungen rechnen – auch wenn der Verdacht nur durch einen lächerlichen Streit entsteht. Die Polizei hat diese Chance genutzt. Das ist konsequent, auch wenn der Kampf gegen Rauschgiftkriminalität damit längst nicht beendet ist.
Quelle: europapress.es