Madrids Stadtratspartei zielt auf Ronaldo-Areal ab

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Madrids Stadtratspartei zielt auf Ronaldo-Areal ab

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Kritik an Grundstücksdeal für Real Madrid

Die Madrider Gemeindepartei Más Madrid hat rechtliche Schritte gegen die Umwidmung von Geländen des Fußballvereins Real Madrid im Stadtteil Valdebebas eingeleitet. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das städtische Antikorruptionsbüro wurden eingeschaltet, um die Hintergründe der geplanten Änderung des Bebauungsplans zu prüfen. Die Partei vermutet hinter der Transaktion einen finanziellen Vorteil für den Klub in dreistelliger Millionenhöhe – auf Kosten der Stadtkasse.

Vorwürfe von Amtsmissbrauch und Manipulation

Wie die Partei mitteilte, sehen ihre Juristen in dem Vorgang mehrere mögliche Straftaten: von Amtsmissbrauch über Betrug bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bis hin zur Unterschlagung öffentlicher Gelder. Besonders kritisch sieht Más Madrid die Rolle einer externen Beratungsfirma, die sowohl für den Fußballklub als auch für die Stadtverwaltung tätig war. Die Partei spricht von einem „sich drehenden Gutachten“, dessen Ergebnisse möglicherweise vorbestimmt gewesen seien, um das Projekt als vorteilhaft für die öffentliche Hand darzustellen.

Rechenfehler mit potenziell enormer Wirkung

Ein zentraler Punkt der Beschwerde ist ein angeblicher Fehler in der Wirtschaftlichkeitsprognose. Die Gutachter sollen bei der Berechnung der Gewerbesteuereinnahmen einen falschen Prozentsatz angesetzt haben – mit dem Effekt, dass die erwarteten Einnahmen für die Stadt um ein Hundertfaches zu hoch ausgewiesen wurden. Die Partei argumentiert, dass dieser Fehler den Ausschlag für die positive Bewertung des gesamten Projekts gegeben habe. Würde man korrekt rechnen, stünde am Ende kein Gewinn, sondern ein Verlust von fast 100 Millionen Euro für die öffentliche Hand.

Stadtverwaltung verteidigt Projekt als positiv

Die konservative Stadtregierung weist die Vorwürfe zurück. Man sehe dem Vorgehen von Más Madrid gelassen entgegen, da ähnliche Klagen der Partei in der Vergangenheit wenig Erfolg hatten. Die Verwaltung räumte zwar ein, dass es einen „sachlichen Fehler“ in dem Bericht gegeben habe, versprach aber, diesen korrigieren zu lassen. Das Projekt selbst bezeichnete die Vizebürgermeisterin als äußerst vorteilhaft für die Stadtentwicklung.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, fordern die Beschwerdeführer nun die vollständigen Akten zu dem Verfahren sowie die Offenlegung der Kommunikation zwischen den Beteiligten an, um die Entscheidungsfindung lückenlos nachvollziehen zu können.


Quelle: europapress.es

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