Madrids Läden verrammeln sich vor Halloween

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Madrids Läden verrammeln sich vor Halloween

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Eine Stadt in Angst

Die Bilder von zerstörten Schaufenstern und geplünderten Geschäften in Barcelona sitzen tief. Nun zieht die Angst vor einer Wiederholung dieser Exzesse auch in Madrid ein. Mitten im Herzen der Hauptstadt, entlang der Prachtmeile Gran Vía und der belebten Montera-Straße, verbarrikadieren Ladenbesitzer ihre Auslagen mit Holzplatten. Der Grund ist die Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen rund um das Halloween-Wochenende und den Feiertag Allerheiligen.

Auslöser der Hysterie sind Aufrufe zur Zerstörungswut, die über die Plattform „Blocus“ in sozialen Netzwerken kursieren. Diese hatten bereits am vergangenen Wochenende in Barcelona zu schweren Krawallen geführt. Die Bilanz dort war verheerend: 130 vor allem jugendliche Randalierer wurden festgenommen, 14 Polizisten erlitten Verletzungen, zahlreiche Geschäfte wurden geplündert und das Stadtbild verwüstet. Die Behörden haben aus diesen Ereignissen ihre Lehren gezogen.

Null Toleranz und ein wachsames Auge

Madrids Vizebürgermeisterin Inma Sanz macht deutlich, dass man sich keinen Illusionen hingibt. Auch wenn es Hinweise gibt, dass die Aufrufe für Madrid abgesagt wurden: Man vertraue diesen Beteuerungen nicht. Die Stadtverwaltung geht auf Nummer sicher. „Wenn jemand kommt, um unsere Straßen zu verwüsten, wird er auf eine entschlossene Polizei treffen“, stellt Sanz unmissverständlich klar. Ein klares Bekenntnis zum Rechtsstaat, das auch Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida teilt. Er appelliert an die Sicherheitskräfte, in einer eventuellen Einsatzlage keine Skrupel zu haben. Die Maßnahmen sind massiv: Rund 1.700 Beamte werden über die Feiertage im Einsatz sein, um mögliche Störungen im Keim zu ersticken.

Die Entschlossenheit der Ordnungshüter zeigt bereits Wirkung. Die Guardia Civil hat in Picanya bei Valencia den mutmaßlichen Gründer und Kopf der Blocus-Bewegung in Spanien festgenommen. Er steht im Verdacht, die Telegram-Kanäle für die Organisation der Plünderungszüge bereitgestellt zu haben. Der Schlag gegen die Rädelsführer ist ein klares Signal, wie ernst die Lage genommen wird.

Ein weiterer Schlag für den Einzelhandel

Die Besorgnis der Händler ist doppelt verständlich, denn sie kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. In einer Phase, in der Halloween als Konsumfest längst etabliert ist und die Vorbereitungen für das lukrative Weihnachtsgeschäft und den Black Friday anlaufen, drohen erneute Umsatzeinbußen. Die Stimmung in der Hauptstadt ist ohnehin angespannt: In der Nähe der Puerta del Sol, dem Zentrum der Proteste gegen die Wohnungsnot, klagen Geschäfte bereits jetzt über einen Rückgang der Einnahmen von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Manche Betriebe mussten sogar Personal entlassen. Sollten die Straßen nun auch noch von Randalen heimgesucht werden, droht der Einzelhandel in eine existenzielle Krise zu stürzen, ausgerechnet vor dem wichtigsten Umsatzzeitraum des Jahres, der bis zu 80 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen kann.

Die Hauptstadt zeigt sich entschlossen, die öffentliche Ordnung zu verteidigen und den Teufelskreis aus Angst und Gewalt zu durchbrechen. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die Generalprobe des Schreckens aus Barcelona in Madrid nur ein schlechter Traum bleibt. (Europa Press)


Quelle: europapress.es

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