Gelebte Zivilcourage: Frigilianas Retter

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Frigiliana

Gelebte Zivilcourage: Frigilianas Retter

von Sabine Keller

Manchmal sind es die kleinen Geschichten, die Großes zeigen. Ein 61-jähriger Brite kollabiert auf der Terrasse eines Landhauses – und überlebt. Nicht, weil moderne Medizin Wunder wirkt, sondern weil Menschen wussten, was zu tun ist. Dieser Vorfall in Frigiliana ist ein Lehrstück über Geistesgegenwart und Teamwork.

Während in deutschen Städten oft über fehlende Ersthelfer geklagt wird, beweist das andalusische Dorf das Gegenteil: Die Ehefrau des Mannes und der Vermieter beginnen sofort mit der Wiederbelebung. Sie warten nicht, bis der Rettungswagen kommt – sie handeln. Das ist die Kernkompetenz einer Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt.

Doch der Fall zeigt auch, dass schnelles Handeln allein nicht reicht. Die Polizisten Marcos und Antonio setzten den Kampf um das Leben des Touristen fort. Mit einem Defibrillator kämpften sie fast eine Stunde lang – bis die Vitalzeichen stabil waren. Diese Hartnäckigkeit ist bewundernswert. Nicht aufgeben, auch wenn die Situation aussichtslos scheint – das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Gewissheit.

Natürlich, sofort werden Kritiker einwenden: "Ja, aber in Deutschland wäre das auch passiert." Mag sein. Doch die Tatsache, dass das Rathaus von Frigiliana seine Beamten öffentlich lobt und die Aktion als Vorbild feiert, zeigt ein Bewusstsein für den Wert solcher Einsätze. Wir sollten daraus lernen: Herz-Lungen-Wiederbelebung gehört in die Pflichtausbildung – nicht nur für Profis, sondern für jeden von uns.

Denn am Ende zählt nicht die Statistik, sondern das Leben eines Menschen, das gerettet wurde. Wie Diario SUR berichtet, geht es dem Briten inzwischen besser. Diesen Erfolg verdanken wir Menschen, die nicht wegschauten, sondern handelten. Genau das macht eine Gemeinschaft aus – nicht Verwaltung, sondern Zivilcourage.


Quelle: axarquiaplus.es