
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Marbella als Drehkreuz: Polizei zerschlägt milliardenschweres Drogennetzwerk
Marbella als Zentrum des internationalen Drogenhandels enttarnt
Die Sonnenküste galt lange als Refugium für Wohlhabende – doch die jüngste Polizeiaktion zeigt erneut, dass die Region auch als Rückzugsort für internationale Kriminelle dient. Wie die spanische Polizei mitteilte, ist ein Schlag gegen eine Organisation gelungen, die von Marbella aus den Drogenhandel mit Europa orchestrierte. Das Ausmaß ist beachtlich.
Festnahme des Anführers in Marbella
Die Ermittlungen, die im April dieses Jahres anliefen, förderten ein Netzwerk zutage, das in großem Stil Kokain aus Bolivien nach Europa schmuggelte und parallel Marihuana aus der Provinz Málaga in EU-Länder exportierte. Insgesamt neun Personen wurden festgenommen, acht davon in Deutschland und der mutmaßliche Drahtzieher in Marbella. Der Mann, der von Europol als "High Value Target" eingestuft wurde, soll seine kriminelle Karriere bei anderen Banden begonnen haben, bevor er sich selbstständig machte. Gegen alle Festgenommenen wurde Untersuchungshaft angeordnet – die Vorwürfe: kriminelle Vereinigung, Drogenhandel und Geldwäsche.
Ein Milliardengeschäft mit fatalen Folgen
Die Organisation hatte ein klares System: Kokain aus Bolivien wurde auf dem Seeweg nach Europa gebracht, während Marihuana aus der Provinz Málaga in EU-Länder exportiert wurde. Die Gewinne aus dem Marihuana-Handel – geschätzt über elf Millionen Euro – finanzierten die kostspieligen Kokaintransporte. Diese Mischung aus verschiedenen Drogenarten und die internationale Ausrichtung zeigen die Professionalität der Bande. Der Anführer, der in Marbella lebte, galt bei Europol als "High Value Target" und hatte seine kriminelle Ausbildung offenbar bei anderen Organisationen genossen.
Die Ermittler fanden heraus, dass die Organisation regelmäßig nach Südamerika reiste, insbesondere nach Brasilien, um Kontakte für den Drogenschmuggel zu knüpfen. Die Verhaftung des Anführers in Marbella unterstreicht die Bedeutung der Costa del Sol als Rückzugsort für internationale Kriminelle. Dass alle neun Festgenommenen in Untersuchungshaft kamen, zeigt die Schwere der Vorwürfe: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandel und Geldwäsche.
Die Dimension des Schlags wird bei den sichergestellten Beweismitteln deutlich. Allein die DrogenMENGE von vier Tonnen Marihuana und fast 28 Kilo Kokain zeigt, wie professionell die Truppe arbeitete – und wie groß der Bedarf auf dem europäischen Markt offenbar ist. Wie die Polizei mitteilt, flossen die Gewinne aus dem Marihuanaverkauf direkt in die Finanzierung von Kokainlieferungen aus Bolivien. Diese Logik des Drogenhandels offenbart ein erschreckendes Ausmaß an Professionalität: Der Anführer pflegte enge Kontakte in Brasilien, um die logistischen Abläufe für die Seetransporte zu optimieren.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Kopf der Bande in Marbella lebte und dort festgenommen wurde. Die Behörden sprechen von einem "High Value Target" für Europol – einem Mann, der bei anderen kriminellen Vereinigungen lernte, bevor er sein eigenes Imperium aufbaute. Die Anklage lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandel und Geldwäsche.
Die Ermittler stellten nicht nur Drogen und Bargeld sicher, sondern auch ein Labor zur Herstellung von Amphetaminen sowie fünf Schusswaffen. Von den neun Festgenommenen sitzen acht in Deutschland in Untersuchungshaft, einer in Spanien – der mutmaßliche Anführer. Sein Vermögen, das auf über elf Millionen Euro geschätzt wird, soll in Immobilien investiert worden sein, um die illegalen Gewinne zu waschen.
Die Operation, an der neben der spanischen Polizei auch das Bundeskriminalamt und die Kölner Polizei beteiligt waren, endete mit 35 Durchsuchungen – davon 31 in Deutschland, drei in Marbella und eine in Österreich. Alle Beschuldigten wurden bereits dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.
Experten sehen in dem Erfolg auch ein Signal an andere Banden: Die iberische Halbinsel ist kein sicherer Hafen mehr für internationale Drogenkartelle. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und spanischen Ermittlungsbehörden zeigt, dass grenzüberschreitende Kriminalität nur mit ebenso grenzüberschreitenden Methoden bekämpft werden kann. Der Fall dürfte auch in anderen laufenden Verfahren als Referenz dienen.
Quelle: europapress.es