Erdbebenserie hält Granada in Atem

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Erdbebenserie hält Granada in Atem

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Anhaltende Bebenserie sorgt für Ausnahmezustand

Seit dem vergangenen Wochenende wird die Provinz Granada von einer ungewöhnlich dichten Serie seismischer Erschütterungen heimgesucht. Nach Daten des Instituto Geográfico Nacional (IGN) wurden bislang mindestens 197 Erdstöße mit einer Magnitude von 1,5 oder mehr registriert. Die Bewohner mehrerer Gemeinden berichten von wachsender Nervosität und einem Gefühl der Hilflosigkeit, da keinerlei Vorhersage möglich ist, wann die Erschütterungen enden werden.

Besonders betroffen ist die Gemeinde Alhendín, wo am Dienstag ein Beben der Stärke 4,2 auftrat – das bislang kräftigste der Serie. Seit Samstag wurden dort 18 Einzelbeben gezählt, das jüngste ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch um 4:00 Uhr mit einer Magnitude von 2,3. Die junge Anwohnerin Marta Serrano, die erst kürzlich in den Ort gezogen ist, schildert die Situation als "sehr beängstigend": Mal sei man entspannt, dann komme plötzlich wieder ein Erdstoß, es sei unmöglich, sich zu entspannen. Sie teilt die Sorge vieler: "Es gibt keinen Trost, weil alles völlig zufällig ist – Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen." Diese Einschätzung bestätigt der Seismologe Carlos González vom IGN: "Es ist anzunehmen, dass die Beben noch mehrere Tage andauern, möglicherweise auch länger. Eine genaue Prognose ist unmöglich."

Beschädigte Häuser und nächtliche Flucht ins Freie

Nicht nur die Frequenz der Erdstöße setzt den Bewohnern zu, sondern auch die Schäden an Gebäuden. In Granada-Stadt und den umliegenden Orten sind zahlreiche Häuser beschädigt, einige müssen geräumt werden. Nuria García, Bewohnerin des Viertels Zaidín, hat mit ihrer Familie die eigene Wohnung im zweiten Stock verlassen müssen. "Was mich am meisten ängstigt, ist die Vorstellung, bei einem nächsten starken Beben nicht rechtzeitig ins Freie zu kommen", sagt sie. Seit Tagen schlafe sie kaum länger als vier Stunden; jeder Knall versetze sie in Alarmbereitschaft.

Diese Anspannung treibt viele Menschen dazu, ihre Häuser in der Nacht ganz zu meiden. So hat Vanesa Maya aus Armilla gemeinsam mit ihren Kindern auf einer Freifläche übernachtet. Die Wände ihres Hauses seien aufgebrochen, überall liege Trümmer. Sie wird wegen Angstzuständen behandelt, die sich durch die Bebenserie deutlich verschlimmert haben. Ähnlich ergeht es einer Anwohnerin aus Churriana de la Vega, die nicht näher genannt werden möchte: Sie warte nun darauf, dass ihr Haus von Fachleuten überprüft werde, bevor sie es wieder betrete. "Es ist alles sehr beunruhigend, ich gerate bei jedem Beben in Panik", sagt sie.

Auch das medizinische Personal muss unter den schwierigen Bedingungen weiterarbeiten. Marta Seijo, Ärztin am Hospital Universitario Virgen de las Nieves, berichtet, dass die Erdstöße während ihrer Schichten deutlich spürbar waren: "Alles wackelte, und es gab ein sehr unangenehmes Geräusch." Sie beschreibt eine Stimmung latenter Anspannung unter den Kollegen. Auch privat ist die Vorsicht allgegenwärtig: In ihrer Wohnung habe sie die Schuhe stets an der Tür stehen lassen, falls es nötig sein sollte, schnell das Haus zu verlassen.

Techniker überprüfen hunderte Gebäude

Während die Erdbebenserie am Mittwoch weitgehend aus schwächeren Beben bestand, verlagerte sich der Schwerpunkt auf die technische Begutachtung der betroffenen Gebäude. Nach Angaben des andalusischen Katastrophenschutzes sind Teams aus Architekten, Bauingenieuren, Feuerwehrleuten und kommunalen Fachkräften im Einsatz. Bislang wurden rund 580 Gebäude untersucht, davon zeigen 14 schwere Schäden und erfordern unverzügliche Maßnahmen. 459 Bauwerke sind demnach unversehrt, 105 weisen leichte Beschädigungen auf.

Die Einsatzkräfte verzeichnen seit Beginn der Bebenserie mehr als 3.000 Interventionsanfragen. Der Notruf 112 der Region Andalusien hat allein im Zusammenhang mit den Erschütterungen 5.562 Anrufe erhalten. Die verstärkten Inspektionen konzentrieren sich auf das Viertel Zaidín, das Zentrum Granadas sowie mehrere Gemeinden im Großraum, darunter Ogíjares. Wie die Regionalregierung mitteilte, sollen die Prüfungen fortgesetzt werden, solange die seismische Aktivität anhält. (Quelle: 20minutos.es)


Quelle: 20minutos.es

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