Notfallplan für die Nasridenpaläste

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Notfallplan für die Nasridenpaläste

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Behörde, die den Alhambra-Komplex verwaltet, treibt die Erstellung eines Sicherheitskonzepts für die Nasridenpaläste voran. Das Vorhaben zielt darauf ab, die historischen Bauwerke und die darin befindlichen Kunstschätze besser vor Naturkatastrophen und technischen Notfällen zu schützen.

Bestehende Schutzlücke

Bisher unterliegt die Alhambra als Kulturgut von besonderem nationalem Rang lediglich den allgemeinen Autoprotektionsvorschriften. Diese Regelungen konzentrieren sich in erster Linie auf den Schutz von Besuchern und Personal, lassen jedoch die Sicherung des materiellen Erbes außen vor. Für den Erhalt der Bausubstanz und der wertvollen Ausstattung existieren bislang keine spezifischen Vorkehrungen.

Diese Lücke soll nun durch ein umfassendes Schutzinstrument geschlossen werden. Die Initiative folgt dabei den Vorgaben des nationalen Rahmenplans für Notfall- und Risikomanagement im Kulturerbe, den das spanische Kulturministerium aufgelegt hat. Dieser Rahmenplan sieht unter anderem die Ausarbeitung individueller Sicherheitskonzepte für bedeutende Kultureinrichtungen vor.

Ausschreibung und Umsetzung

Die Verwaltung hat die Erstellung des Dokuments für eine Summe von 115.328 Euro ausgeschrieben. Der Auftrag umfasst die Entwicklung von Maßnahmen zur Identifikation und Vermeidung von Gefahren sowie die Festlegung von Abläufen für den Schutz, die Bergung und die Wiederherstellung der Gebäude im Ernstfall.

Die Planung sieht mehrere Ebenen der Intervention vor. Unmittelbare Maßnahmen sollen etwa das Freiräumen blockierter Fluchtwege, das Beseitigen von Hindernissen in den Innenbereichen oder die Bildung spezieller Bergungsteams umfassen. Für etwas später angesiedelte Schritte sind unter anderem die Kontaktaufnahme mit Behörden und Sicherheitskräften vorgesehen.

Katalogisierung und Übungen

Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die Erstellung von Inventarbögen für sämtliche beweglichen Kulturgüter in den Palästen. Diese Karteien sollen alle relevanten Informationen für eine rasche Sicherung oder Evakuierung im Notfall bündeln. Dazu gehören Angaben zum Standort jedes einzelnen Objekts, die Benennung von Auslagerungsorten sowie Grundrisse mit eingezeichneten Evakuierungswegen.

Darüber hinaus sind regelmäßige Übungen geplant, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Das Schutzkonzept insgesamt soll ein Bündel vorbeugender Maßnahmen und einen Katalog von Antworten auf mögliche Bedrohungen bereitstellen – vom Erdbeben über Überschwemmungen bis hin zu Bränden, die durch menschliches Handeln ausgelöst werden.

Mehrstufiger Prozess

Die Ausarbeitung des Plans ist auf zwölf Monate angelegt und gliedert sich in vier Phasen: Zunächst wird die gegenwärtige Lage analysiert, anschließend werden die Handlungsleitfäden verfasst, danach folgt eine Erprobungsphase, und zum Abschluss wird die endgültige Dokumentation übergeben.

Für die Umsetzung verlangt der Auftraggeber die Bildung eines interdisziplinären Teams. Gefordert sind Architekten mit Erfahrung in der Denkmalpflege, Restauratoren, Sicherheitskoordinatoren sowie ein Sicherheitsleiter mit offizieller Anerkennung durch das Innenministerium. Besonderen Wert legt die Ausschreibung auf den Einsatz geografischer Informationssysteme, um Gefahrenquellen und den genauen Standort einzelner Objekte präzise zu verorten.

Wie aus der Begründung des Ausschreibungsverfahrens hervorgeht, zielt das Projekt darauf ab, nicht allein die Gebäude zu sichern, sondern auch die architektonischen Besonderheiten und die im Inneren präsentierten oder aufbewahrten Kunstwerke zu schützen. Der Schutzplan soll damit eine integrative Strategie für das gesamte Erbe der Nasridenpaläste bieten. Die Informationen basieren auf dem Ausschreibungstext, der der Nachrichtenagentur Europa Press vorliegt.


Quelle: europapress.es

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