
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Häftling attackiert Beamte in Albolote
Eskalation nach Todesdrohung
Im Gefängnis von Albolote in der Provinz Granada ist es am vergangenen Sonntag zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Wie die Berufsvereinigung der Gefängnisbeamten (APFP) mitteilte, wurden zwei Bedienstete bei einem Einsatz von einem Häftling attackiert und verletzt. Der Vorfall ereignete sich, als die Beamten in eine Zelle gerufen wurden, weil ein Insasse seinem Zellengenossen offenbar mit dem Tod gedroht hatte.
Fluchtversuch und Angriff
Den Angaben zufolge eskalierte die Situation, als die Bediensteten den renitenten Häftling in einen Sicherheitsbereich bringen wollten, um ihn nach möglichen selbstgefertigten Waffen zu durchsuchen. In diesem Moment habe sich der Mann plötzlich umgedreht, einen der Beamten am Kragen gepackt und ihm ins Gesicht geschlagen. Auch gegen weitere anwesende Bedienstete soll er getreten haben.
Einsatz von Zwangsmitteln
Um den aggressiven Häftling zu überwältigen, mussten die Beamten nach eigenen Angaben körperliche Gewalt anwenden. Nachdem sie ihn gefesselt hatten, gelang es dem Mann jedoch, eine Hand zu befreien und erneut um sich zu schlagen. Erst mit Unterstützung weiterer Kollegen konnte er schließlich überwältigt und in die Isolationsabteilung gebracht werden. Auch dort leistete er weiter Widerstand und trat um sich.
Verletzte Beamte und Drohungen
Die beiden angegriffenen Bediensteten erlitten den Berichten zufolge leichte Verletzungen an Gesicht, Hals sowie Ellenbogen und wurden im Krankenrevier der Anstalt behandelt. Die Gewerkschaft betont, der Häftling habe während des gesamten Einsatzes Morddrohungen gegen das Personal ausgestoßen und unter anderem gerufen, dass die Beamten "es nicht erzählen" würden, falls er eine Waffe bei sich habe.
Kritik an Ausstattung und Personaldecke
Die APFP nutzt den Vorfall, um erneut auf strukturelle Probleme im spanischen Strafvollzug hinzuweisen. Kritisiert wird vor allem die mangelhafte Ausstattung der Beamten. So fehle es an Elektroschockpistolen, dem sogenannten Taser, die das Verletzungsrisiko bei solchen Einsätzen deutlich senken könnten. Stattdessen sei man auf reine Körperkraft angewiesen, was die Sicherheit des Personals gefährde.
Darüber hinaus beklagt die Gewerkschaft seit langem die personelle Unterbesetzung. Allein in Albolote fehlten rund 45 Mitarbeiter, das Durchschnittsalter des Wachpersonals liege bei über 50 Jahren. Landesweit beziffert die APFP die Zahl der unbesetzten Stellen auf etwa 3.000. Sie fordert, den gesamten Berufsstand als Risikogruppe einzustufen. Wie die Berufsvereinigung mitteilte, hat sie den Vorfall sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene zur Anzeige gebracht.
Quelle: europapress.es