
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Claros sortiert Vélez-Málaga neu
Ein Signal der Wachablösung
Wer in der Kommunalpolitik die Karten neu mischt, will nicht selten nur eines: Ruhe im eigenen Laden. Doch der jüngste Umbau im Rathaus von Vélez-Málaga ist mehr als bloße Kabinettskosmetik. Bürgermeister Jesús María Claros hat am Freitag per Dekret die Ressorts seiner Mannschaft neu verteilt – und dabei eine klare Botschaft gesendet: Die Ära der bisherigen Seilschaften ist beendet, jetzt zählt allein die Arbeit für die Bürger.
Die Überraschung: Eine Neue mischt mit
Das auffälligste Signal ist die Beförderung von María Josefa Terrón. Die Neue im Regierungsteam übernimmt mit Bildung, Traditionen, öffentlichen Gebäuden und Betriebsdiensten gleich vier wichtige Bereiche – Kompetenzen, die zuvor auf zwei andere Stadträte verteilt waren. Solch ein Vertrauensvorschuss zum Amtsantritt ist ungewöhnlich. Er zeigt jedoch, dass Claros nicht zögert, sein Personal nach eigenen Vorstellungen zu formen.
Während Terrón aufsteigt, muss Lourdes Piña künftig einen schwereren Brocken schultern. Sie erhält die Finanzdelegation von Manuel Gutiérrez, der offenbar absteigen muss. Ein strategischer Schachzug: Die Kontrolle über die Kassen ist in jeder Kommune das mächtigste Werkzeug. Dass Piña zusätzlich für Verwaltung, Umwelt und Grünanlagen zuständig ist, macht sie zur starken Nummer zwei im neuen Machtgefüge.
Alte Strukturen, neue Hierarchien
Ganz ohne Reibung läuft der Umbau freilich nicht. Celestino Rivas, bisher für Stadtplanung und Verkehr zuständig, bekommt mit Infrastruktur und Wasser gleich zwei weitere Schlüsselressorts zugeschanzt. Wer solche Bereiche kontrolliert, kontrolliert letztlich die Entwicklung der Stadt. Kritiker könnten einwenden, dass sich hier zu viel Macht in einer Hand ballt – doch für Claros zählt offenbar das Prinzip der schlagkräftigen Einheit.
Bemerkenswert ist auch die Rangerhöhung von Rocío Ruiz. Sie verantwortet nun zusätzlich die Jugendarbeit. Ein kluger Schachzug, denn die junge Generation entscheidet bei der nächsten Wahl womöglich über die Zukunft des Rathauses. Und dann ist da noch die Personalie Manuel Gutiérrez: Der Verlierer des Machtpokers? Nicht ganz. Er behält Sport, Friedhöfe und Fuhrpark und übernimmt zudem die Bezirksverwaltung von Triana und El Trapiche. Eine Aufgabe mit lokalem Gewicht, aber ohne großen Einfluss auf die große Politik.
Die neue Hackordnung
Wer die Liste der Vizebürgermeister studiert, erkennt schnell die neue Rangfolge. Jesús Carlos Pérez Atencia bleibt die Nummer eins hinter dem Alcalde, gefolgt von Lourdes Piña. Die alte Garde um Gutiérrez rutscht auf die Plätze. Der achte und letzte Rang bleibt Juan Antonio García López, der weiterhin für Soziales und Gleichstellung zuständig ist.
Die zentrale Frage ist nun, ob dieser Umbau nur eine Momentaufnahme ist oder den Beginn einer stabilen Regierungszeit markiert. Die Vergangenheit von Vélez-Málaga war geprägt von parteipolitischen Grabenkämpfen und persönlichen Rivalitäten. Wer in diesem Geflecht aus sieben Ortsteilen, von Torre del Mar bis Caleta de Vélez, regieren will, braucht mehr als gute Ressortzuschnitte – er braucht Autorität.
Claros hat seine Hausmacht jedenfalls neu formiert. Ob er sie zusammenhält, wird die kommende Amtszeit zeigen. Eines ist sicher: Die Opposition wird jede Schwäche im neuen Gefüge gnadenlos ausnutzen.
Wie Europa Press berichtet, wurde der Beschluss am Freitag vom Bürgermeister unterzeichnet und die neuen Zuständigkeiten umgehend in Kraft gesetzt.
Quelle: europapress.es