
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ärzte fordern eigenen Tarifvertrag
Streiktag zehn: Ärzte ziehen durch Barcelona
Mit einem lautstarken Protestmarsch haben am Montag rund 500 Ärztinnen und Ärzte ihrem Unmut über die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen Ausdruck verliehen. Die Demonstration war Teil eines bundesweiten Streikaufrufs, der von der spanischen Ärztegewerkschaft Cesm und auf regionaler Ebene von "Metges de Catalunya" (MC) organisiert wurde. Die Streikbeteiligung liegt nach Gewerkschaftsangaben bei 31 Prozent, während das Gesundheitsministerium der Region von nur 5,2 Prozent spricht – ein typischer Streitpunkt in Arbeitskämpfen.
Der Marsch führte vom Hospital de Sant Pau durch mehrere Straßen, vorbei an weiteren Gesundheitseinrichtungen wie dem Hospital Dos de Maig, und endete schließlich an der Sagrada Família. Dort bauten die Demonstranten ein Mosaik aus Bruchstücken – im Stil des berühmten "Trencadís" – mit der klaren Forderung: "Tarifvertrag für Ärzte, jetzt!". Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: "Weniger Krawatten, mehr Kittel" und "Für eine öffentliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung".
Forderungen: Ende der 24-Stunden-Dienste und mehr Gehalt
Im Kern geht es den protestierenden Medizinern um drei zentrale Punkte: Sie fordern eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung, das Ende der 24-Stunden-Dienste und eine spürbare Reduzierung der Arbeitsbelastung. Diese Forderungen sollen in einem eigenen, maßgeschneiderten Tarifvertrag festgeschrieben werden, der die besonderen Anforderungen des Arztberufs berücksichtigt.
Wie der Generalsekretär von Metges de Catalunya, Xavier Lleonart, gegenüber der Presse erklärte, fühlen sich die Ärzte durch den bestehenden "Estatuto Marco" (Rahmenstatut) und die Verhandlungen des Gesundheitsministeriums mit "nicht-ärztlichen Gewerkschaften" nicht repräsentiert. Sie verlangen Verhandlungen mit ihren "legitimen Vertretern".
Appell an die Politik: "Den Stier bei den Hörnern packen"
In einer scharfen Kritik an der politischen Führung forderte Lleonart den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und den Regionalpräsidenten Kataloniens, Salvador Illa, auf, endlich "den Stier bei den Hörnern zu packen" und die Verhandlungen persönlich in die Hand zu nehmen. Er nutzte auch die Gelegenheit, um auf personelle Wechsel zu verweisen: Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García habe sich mit der Ankündigung ihrer Kandidatur für Madrid 2027 "inoffiziell zurückgezogen", und die katalanische Gesundheitsrätin Olga Pané befinde sich in Elternzeit. Dies sei der ideale Moment für Illa, die festgefahrene Situation zu übernehmen.
In einem zuvor verlesenen Manifest betonten die Ärzte, aus "Verantwortung" gegenüber ihrem Berufsstand, den Familien und den Patienten zu protestieren. Sie verwiesen auf die lange Ausbildung und die tägliche Last lebenswichtiger Entscheidungen, die den Arztberuf von anderen unterscheide. Bei der Demonstration waren auch die bekannten Sprechchöre "Es ist keine Berufung, es ist Ausbeutung" und "Pané, wofür? Pané, für nichts" zu hören.