Bürgermeister Vallès sieht Sant Cugat im Wandel

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Katalonien

Bürgermeister Vallès sieht Sant Cugat im Wandel

von Clara Weber

Bellaterra: Ein langer Weg nach Sant Cugat

Die mögliche Umgliederung des Stadtteils Bellaterra von Cerdanyola nach Sant Cugat bleibt ein beherrschendes Thema in der Region. Bürgermeister Josep Maria Vallès zeigt sich in einem Gespräch mit Cugat Mèdia zwar zuversichtlich, dass der Wechsel letztlich kommt, rechnet aber mit einem langwierigen Prozess. „Die Regionalregierung wird zunächst Nein sagen, aber ich würde fast darauf wetten, dass die Einwohner Widerspruch einlegen und am Ende doch zu uns nach Sant Cugat kommen werden“, so Vallès. Der Antrag gehe vor allem auf Unzufriedenheit mit der Verwaltung in Cerdanyola zurück, während viele Bewohner bereits einen Großteil ihres Alltags in Sant Cugat verbrächten.

Wohnungsbau als zentrale Aufgabe

Zwei große Bauvorhaben stehen im Fokus der Stadtentwicklung: Can Camps und Can Ametller. Vallès berichtet, das katalanische Bodengesellschaft Incasòl stehe dem Projekt mit rund 3.000 Wohneinheiten auf dem Hügel von Can Camps „vollständig positiv“ gegenüber. Entscheidend sei jedoch die finale Genehmigung der Generalitat, der die Grundstücke gehören. Beim geplanten Gebiet Can Ametller verfolgt die Stadtverwaltung eine Strategie der maßvollen Verdichtung. Statt der im geltenden Plan möglichen 10.000 Wohnungen sollen nur 5.500 entstehen, um, wie Vallès betont, das „Modell einer menschengerechten Stadt zu bewahren und zu verbessern“. Rund 3.200 dieser Wohnungen sollen gefördert sein. Zusammengenommen könnten die beiden Projekte in den kommenden Jahren über 6.000 bezahlbare Wohnungen bringen.

Weitere kommunale Projekte im Blick

Neben dem Wohnungsbau adressierte der Bürgermeister weitere Themen:

  • Mobilität: Der städtische Busverkehr wird neu ausgeschrieben. Die Flotte erhält 27 neue Fahrzeuge, verbunden mit angepassten Routen und Takten. Besonders die Viertel La Floresta und Les Planes sollen an Feiertagen einen besseren Service erhalten.
  • Seniorenresidenz Volpelleres: Der Baubeginn für die lang erwartete Einrichtung mit 120 Plätzen (70% öffentlich, 30% privat) wird sich verzögern. Eine Grundsteinlegung im Sommer schloss Vallès aus, versprach aber: „In diesem Jahr werden wir den Grundstein sehen.“
  • Verhältnis zu Valldoreix: Die wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Vereinbarungen mit der eigenständigen Gemeinde Valldoreix sollen noch dieses Jahr erneuert werden. Vallès beschrieb die Beziehung trotz punktueller Differenzen als „höflich“ und auf ständigem Dialog basierend.

Sprache, Kultur und die politische Debatte

Besonders am Herzen liegt Vallès die katalanische Sprache. Er forderte die Einrichtung eines eigenen Sprachpolitik-Ressorts im Rathaus – eine Maßnahme, die laut ihm nur in etwa zwanzig katalanischen Gemeinden existiert. „Entweder wir verteidigen sie selbst, oder niemand wird es für uns tun“, machte er deutlich. Auf Kritik der Initiative „Kultur auf der Straße“ reagierte er mit Zahlen: Von 350 Anträgen für kulturelle oder soziale Veranstaltungen im öffentlichen Raum von Januar bis Mai seien nur vier abgelehnt worden. „Wenn sie von Beschränkungen sprechen, verstehe ich das ehrlich gesagt nicht ganz“, sagte Vallès und vermutete politisches Kalkül in einer vorwahlkampfähnlichen Phase. Als Gegenbeispiel lud er abschließend zum kostenlosen Konzert der Symphoniker auf der Plaça d’Octavià ein.


Quelle: cugat.cat

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