
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Debatte um dauerhafte Jugendrabatte
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente hat eine grundlegende Neuerung ins Spiel gebracht. Wie die spanische Tageszeitung 20 Minutos berichtet, plädierte er im Kongress dafür, das Programm „Verano Joven“ von einer jährlich neu erlassenen Notmaßnahme in eine dauerhafte Einrichtung umzuwandeln. „Vielleicht ist es an der Zeit, die Debatte zu eröffnen, um das, was konjunkturell ist, in etwas Definitives zu überführen“, sagte Puente. Das Rabattprogramm für 18- bis 30-Jährige ist in den vergangenen Jahren stets per Eilverordnung verlängert worden.
Hintergrund der Maßnahme
Das Programm wurde ursprünglich 2023 als Reaktion auf die Energiepreiskrise nach dem Ukraine-Krieg aufgelegt. Es ermöglicht jungen Menschen, zwischen dem 1. Juli und 30. September vergünstigt zu reisen. Konkret zahlen sie nur zehn Prozent des Fahrpreises für Busse und Nahverkehrszüge sowie die Hälfte des Tickets für Avant- und Hochgeschwindigkeitszüge – wobei der Rabatt auf 30 Euro gedeckelt ist. Hinzu kommt ein 50-prozentiger Nachlass auf den Global-Flexible-Pass von Interrail. Die Nutzerzahlen stiegen laut Ministerium kontinuierlich: von 1,3 Millionen registrierten Jugendlichen im Jahr 2023 auf 1,5 Millionen im Jahr 2025. Die Zahl der subventionierten Fahrten wuchs im selben Zeitraum von vier Millionen auf 6,8 Millionen. Allein bis zum 22. Juni dieses Jahres hätten sich bereits 750.000 junge Menschen für das laufende Programm registriert, so Puente. Er sieht darin einen Beleg für eine wachsende Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und eine Abkehr vom Trend zum Eigenfahrzeug.
Kritik an der Umsetzung
Trotz der einhelligen Zustimmung zur Maßnahme im Parlament – lediglich Vox enthielt sich – gab es scharfe Kritik aus mehreren Fraktionen. Der Vorwurf: Die Regierung handle erneut ohne ausreichende Planung und lege das Dekret erst 15 Tage vor Inkrafttreten zur Abstimmung vor. Junts-Sprecher Isidre Gavin sprach von einer „Missachtung der Parlamentsfraktionen“ und forderte künftig mehr Vorlauf. Die konservative Volkspartei PP warf Puente vor, die Rabatte für eine medienwirksame Inszenierung zu nutzen, statt sie gesetzlich zu verankern. Die baskische Nationalistische Partei PNV schlug hingegen vor, die Regelung zu „perfektionieren“, anstatt sie nur zu wiederholen. Besonders deutlich fiel die Kritik der katalanischen Parteien Junts und ERC aus. Sie verwiesen auf die andauernden Störungen im Vorortzugnetz Rodalies. „Es ist schön und gut, aber es wäre noch besser, wenn die Züge das ganze Jahr über funktionieren würden“, konterte ERC-Abgeordnete Inés Granollers. Junts-Sprecher Gavin fragte, ob Puente wisse, dass junge Menschen auf die Nahverkehrszüge angewiesen seien, um zur Arbeit oder zur Universität zu kommen. „Sie würden einen funktionierenden Service bevorzugen.“ Puente bat um Milde und erklärte, die Situation habe sich seit Januar bereits „wesentlich verbessert“. Der Kongress verabschiedete das Dekret für den Sommer 2025 dennoch und überwies es zugleich als Gesetzentwurf in die Ausschussberatung – ein Schritt, der auch von der Opposition unterstützt wurde. Ob die Verstetigung des Verano Joven tatsächlich kommt, ließ Puente offen: „Wir werden sehen, ob das Interesse der großen Parteien besteht. Wir werden diesen Weg erkunden.“ (basierend auf einem Bericht von 20 Minutos)
Quelle: 20minutos.es