
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zwergpinguine besiedeln neue Anlage an der Costa del Sol
Transfer nach sorgfältiger Vorbereitung
In der Küstenstadt Benalmádena in der Provinz Málaga ist eine neue Pinguinkolonie eingetroffen. Wie das Meereszentrum Sea Life mitteilte, handelt es sich bei den 13 Neuankömmlingen um Zwergpinguine (Eudyptula minor), die als kleinste Pinguinart der Welt gelten. Die Tiere wurden von Sea Life Weymouth an der englischen Südküste an die Costa del Sol gebracht. Die Verlegung erfolgte im Rahmen eines Zuchtprogramms, das nach einer erfolgreichen Reproduktionsphase im englischen Standort nun in Andalusien fortgeführt werden soll.
Medizinische Checks und maßgeschneiderte Transportlösung
Vor dem Abflug mussten die Vögel umfangreiche tierärztliche Untersuchungen über sich ergehen lassen, wie das Zentrum auf Anfrage präzisierte. Die Tests umfassten demnach Screenings auf Vogelgrippe und die Newcastle-Krankheit. Erst nach Erhalt der behördlichen Genehmigung wurde der Transport freigegeben. Für die Reise wurden den Angaben zufolge eigens angefertigte Transportbehälter verwendet, die mit Belüftungssystemen ausgestattet waren, um den Tieren eine möglichst stressfreie Anreise zu ermöglichen.
Neues Zuhause nach neuseeländischem Vorbild
In Benalmádena erwartete die Kolonie ein neu geschaffenes Areal namens „Isla del Pingüino Azul“ (Insel des Blauen Pinguins). Die Gestaltung der Anlage orientiert sich laut den Betreibern an den Küstenlandschaften Neuseelands, dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Art. Die Anlage umfasst zwei große Gemeinschaftshöhlen als Rückzugsorte sowie sieben kleinere Nisthöhlen, die brütenden Paaren während der Saison Schutz bieten sollen. Nach Angaben des Parks handelt es sich um die einzige Einrichtung in Spanien, in der Besucher diese Pinguinart beobachten können.
Artenschutz und Aufklärungsarbeit
Die Direktorin des Zentrums, Elizabeth Zorat, betonte die Bedeutung des Zuwachses: Man sei „überglücklich“ über die Ankunft der Tiere. Die Zusammenarbeit mit dem britischen Partnerstandort unterstreiche das Engagement für Biodiversität und den Schutz von Ökosystemen. Die Einrichtung verfolgt mit der Präsentation der Art auch einen Bildungsauftrag. Besucher sollen über die Lebensweise der Zwergpinguine und die Bedrohungen in deren natürlichen Lebensraum informiert werden.
Kleine Art, große Herausforderungen
Mit einer Körpergröße von nur etwa 33 Zentimetern ist der Zwergpinguin die kleinste Vertreterin ihrer Familie. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Küsten Australiens und Neuseelands. Anders als viele ihrer Artgenossen sind diese Vögel an gemäßigte Klimazonen angepasst und benötigen keine extremen Kältegrade. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen wie Sardinen und Heringen.
Obwohl die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) die Art global als „nicht gefährdet“ einstuft, weisen lokale Populationen laut Sea Life besorgniserregende Tendenzen auf. Die Hauptgefahren gehen von Fischerei, Lebensraumverlust und Plastikmüll in den Ozeanen aus. Der neue Standort soll laut den Verantwortlichen dazu dienen, sowohl Forschungslinien zu fördern als auch das öffentliche Bewusstsein für den Schutz dieser Spezies zu schärfen.
Quelle: europapress.es