Zugunglück von Urda fordert neun andalusische Opfer

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Zugunglück von Urda fordert neun andalusische Opfer

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Tödliche Kollision auf der Schnellfahrstrecke

Neun Tage nach dem schweren Eisenbahnunglück in der Nähe von Urda (Provinz Toledo) verdichtet sich das Bild der Katastrophe. Nach aktuellen Erkenntnissen von Europa Press sind unter den mindestens 69 Todesopfern auch neun Menschen mit direktem Bezug zu Andalusien. Das Unglück ereignete sich am vergangenen Mittwoch, als ein Hochgeschwindigkeitszug von Renfe auf einen weiteren AVE des Betreibers Iryo prallte. Insgesamt befanden sich 538 Reisende in den beiden Zügen, die von Madrid in Richtung Sevilla unterwegs waren. Mehr als 200 Personen erlitten Verletzungen.

Prominente Opfer und Lebenswege

Unter den Toten befindet sich mit Fátima Báñez eine bekannte Politikerin. Die 59-jährige ehemalige Arbeits- und Sozialministerin, die in den Regierungen der Volkspartei (PP) amtierte und zuletzt die Stiftung der Arbeitgebervereinigung CEOE leitete, hatte in Sevilla an einer Veranstaltung der andalusischen Unternehmervereinigung teilnehmen wollen. Ihr Sitzplatz befand sich im Zug von Iryo. Ihr Tod wurde durch die Presseagentur bestätigt.

Auch der Vater des andalusischen Schauspielers César Vicente, bekannt aus Filmen wie „Leid und Herrlichkeit" von Pedro Almodóvar, gehört zu den Todesopfern. Die Liste umfasst zudem mehrere Personen aus dem Umfeld der Stierkampfszene: Francisco Vázquez und sein Sohn Curro Vázquez, die als Sohn und Bruder des angesehenen Torero-Apoderados Antonio Vázquez bekannt waren, starben bei dem Aufprall.

Regionale Verbindungen der Verstorbenen

Ein weiterer Toter ist der 51-jährige Geschäftsmann Francisco J. R., in Granada als „Curro" bekannt. Er reiste im Wagen 7 des Renfe-Zuges und hatte seinen Wohnsitz in Madrid, pflegte aber enge Kontakte nach Andalusien. Aus Córdoba stammte der 32-jährige Francisco José Barbero Liébanas, der auf dem Weg zu seiner Familie war und in Verbindung zur Universität Jaén stand. Seine familiären Wurzeln reichten bis in die Gemeinde Bélmez de la Moraleda.

Eine 26-jährige Frau von den Balearen mit familiären Bindungen zu Rute in der Provinz Córdoba wird ebenfalls unter den Verstorbenen geführt. Sie war aus beruflichen Gründen mit Kollegen und Fotografen auf dem Weg in die andalusische Hauptstadt. Auch der 31-jährige Guardia-Civil-Beamte José Manuel Chacón, der in Madrid im Dienst war und fünf Jahre Berufserfahrung hatte, starb bei der Kollision. Die Liste der bestätigten andalusischen Todesopfer umfasst außerdem eine Frau aus Cuevas de San Marcos, die dort ein Hostal betrieb.

Untersuchung und Einordnung

Die Tragödie stellt die schwerste im Schienenverkehr Spaniens seit Jahren dar und übertrifft die Bilanz eines Unfalls vom Januar in Adamuz, bei dem 46 Menschen ums Leben kamen. Die staatliche Kommission für die Untersuchung von Eisenbahnunfällen (CIAF) hat die Ermittlungen zur Klärung der Unglücksursache aufgenommen. Die Behörden gehen weiterhin von einer vorläufigen Opferzahl aus. Wie Europa Press unter Berufung auf verschiedene Quellen weiter meldet, stehen die Identifizierungen der übrigen andalusischen Opfer noch aus. Der Fokus der Ermittler liegt derzeit auf der Rekonstruktion des Ablaufs und der technischen Gegebenheiten an der Unfallstelle.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Sevilla & Andalusien & Spanien