
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zehn Minuten Herzmassage: Familie rettet Mann in Madrid
Der Tod hat dreimal verloren
Es ist ein Szenario, das jeden treffen kann, mitten im Alltag, auf offener Straße. Ein 51-jähriger Mann bricht in Madrid zusammen. Sein Herz pumpt nicht mehr. Jede Minute ohne Hilfe senkt die Überlebenschance um bis zu zehn Prozent. Doch an diesem Samstag hatte der Mann Glück im Unglück: Seine Familie wusste, was zu tun war – oder ließ sich zumindest dazu anleiten.
Während viele in Panik verfallen und wertvolle Zeit verstreichen lassen, handelten die Angehörigen besonnen. Sie alarmierten den Notruf 112, doch sie blieben nicht beim Warten auf den Rettungsdienst. Stattdessen begannen sie sofort mit der Herzdruckmassage – angeleitet von den Disponenten am Telefon, ein Verfahren, das Fachleute als "RCP transtelefónica" bezeichnen. Zehn lange Minuten drückten sie im Takt, bis der ärztliche Notdienst Summa eintraf.
Kein Platz für Zurückhaltung
Dieser Fall ist ein Lehrstück gegen die weitverbreitete Hilflosigkeit in Notlagen. Zu oft dominieren Berührungsängste und die Sorge, etwas falsch zu machen. Doch in einer solchen Situation ist die einzige wirklich falsche Entscheidung die, nichts zu tun. Die Zahlen sind eindeutig: Der sofortige Beginn der Brustkorbkompressionen verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.
Die Familie legte den Grundstein für die Rettung. Die Sanitäter von Summa konnten auf dieser Basis aufbauen, den Mann mit erweiterten Wiederbelebungsmaßnahmen stabilisieren und in die UVI Mobile laden. Dass der 51-Jährige nun im Hospital Ramón y Cajal behandelt wird und die Prognose laut Emergencias Comunidad de Madrid "gut" ist, verdankt er in erster Linie den beherzten Menschen an seiner Seite.
Wissen, das Leben rettet
Der Fall zeigt aber auch eine traurige Realität: In Spanien überleben weniger als zehn Prozent der Menschen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses. In Ländern mit hoher Quote von Ersthelfern sind es teils doppelt so viele. Jeder einzelne Bürger kann diese Quote verbessern.
Die Botschaft der Rettungskräfte ist dabei denkbar einfach und wurde durch diesen Vorfall eindrucksvoll untermauert: Bewusstlos und keine normale Atmung? Sofort 112 wählen und mit den Handballen fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs drücken, 100 bis 120 Mal pro Minute, etwa fünf Zentimeter tief. Wer das beherzigt, muss kein Medizinstudium absolviert haben. Man muss nur bereit sein zu helfen.
Die Rettungskette hat an diesem Tag in Madrid funktioniert, weil ein paar Menschen ihre Angst überwunden haben. Sie sind die wahren Helden einer Geschichte, die jeden Tag überall auf der Welt passieren könnte. Wie Emergencias Comunidad de Madrid gegenüber Europa Press betonte, ist dies ein Paradebeispiel dafür, dass der Beginn der Reanimation in den ersten Minuten über Leben und Tod entscheidet – lange bevor der erste Notarzt eintrifft. (Quelle: Europa Press)
Quelle: europapress.es