
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Metro Madrid testet fahrerlose Züge
Linie 6: Streckensperrung für den automatischen Betrieb
Pendler in Madrid müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Die Metro-Linie 6 ist zwischen den Stationen Arganzuela-Planetario und Ciudad Universitaria an diesem langen Wochenende für den Verkehr gesperrt. Wie das Verkehrsunternehmen mitteilte, finden dort umfangreiche Testfahrten mit den neuen fahrerlosen Zügen statt, die ab 2027 regulär auf der Ringlinie eingesetzt werden sollen.
Die Unterbrechung beginnt am heutigen Freitag und dauert bis einschließlich Sonntag, den 9. November. Die Region feiert an diesem Wochenende das Fest Unserer Lieben Frau von La Almudena, der Schutzpatronin Madrids. Die Bahnhöfe Arganzuela-Planetario und Ciudad Universitaria bleiben geöffnet und fungieren während der Sperrung als provisorische Endstationen für die übrige Strecke.
Ersatzverkehr mit 35 Bussen
Um die Reisenden während der Bauarbeiten zu unterstützen, richtet die städtische Verkehrsgesellschaft EMT einen kostenlosen Shuttle-Service ein. Der Sonderbus SE6 verbindet die betroffenen Stationen Legazpi und Ciudad Universitaria und fährt im Berufsverkehr im Drei- bis Fünf-Minuten-Takt. Insgesamt sind dafür bis zu 35 Busse im Einsatz.
Die ersten Abfahrten Richtung Ciudad Universitaria starten um 6:05 Uhr von den Haltestellen Legazpi, Pacífico, Manuel Becerra und Cuatro Caminos. In die Gegenrichtung beginnt der Service ebenfalls um 6:05 Uhr. Samstags fahren die letzten Busse kurz nach 2 Uhr, an Feiertagen endet der Verkehr bereits gegen 23:30 Uhr.
Bewusst gewählter Termin
Wie die Metro Madrid betont, wurden die Arbeiten bewusst auf das Feiertagswochenende gelegt, um die Auswirkungen auf den Alltag der Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Die Tests werden am 21. und 22. November erneut unter denselben Bedingungen durchgeführt.
Die temporären Sperrungen sind Teil eines umfangreichen Sicherheitsprogramms, das den einwandfreien Betrieb der neuen Systeme gewährleisten soll. Die Versuche finden unter kontrollierten Bedingungen statt und dienen dazu, die Integration der verschiedenen Komponenten zu überprüfen. Die neuen automatischen Züge werden dabei schrittweise mit höheren Geschwindigkeiten getestet, bis sie die Bedingungen des regulären Betriebs erreichen.
Kapazität soll fast verdoppelt werden
Die komplette Umrüstung der Linie 6 zählt zu den wichtigsten Technologieprojekten des Madrider Nahverkehrs. Sie erfordert die Abstimmung von Stationssystemen, Signaltechnik, Gleisinfrastruktur und rollendem Material. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen kann der Betrieb aufgenommen werden.
Die Automatisierung verspricht deutliche Verbesserungen: Die Kapazität der Linie soll von derzeit 400.000 auf 730.000 Fahrgäste pro Tag steigen. Damit will die Stadt dem prognostizierten Anstieg der Nachfrage auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Hauptstadt begegnen. Wie Europa Press berichtet, ist die Umstellung ein zentraler Baustein der Mobilitätsstrategie Madrids für die kommenden Jahre.
Quelle: europapress.es