
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Javi Ramos
Gericht hebt Einstellung auf
Ein Jahr nach dem tödlichen Unfall auf der alten N-340 bei Almayate hat das Instruktionsgericht Nummer 4 von Vélez-Málaga die Ermittlungen wieder aufgenommen. Wie die Zeitung SUR unter Berufung auf den Journalisten Eugenio Cabezas berichtet, wurde die vorläufige Einstellung vom 24. August 2025 aufgehoben. Die Akte war nach dem Tod des 30-jährigen Motorradfahrers Antonio Javier Gutiérrez Ramos – bekannt als Javi Ramos – geschlossen worden, weil die damalige Beweisaufnahme keinen hinreichenden Tatverdacht gegen die beteiligte Autofahrerin ergeben hatte.
Die Wiederaufnahme geht auf einen Antrag der Familie zurück. Diese hatte im Juli erneut die Öffnung der Ermittlungen verlangt und dabei neue Elemente vorgelegt. Nach Informationen von SUR stützt sich der Vorstoß auf vier technische Gutachten, ein notarielles Protokoll mit Aussagen von Zeugen, die in der ersten Phase nicht vernommen worden waren, sowie den Antrag auf neue Überprüfungen, um die Umstände des Unfalls genauer zu rekonstruieren. Die Familie wird dabei von Rechtsanwalt Antonio Luque vertreten.
Unfallhergang und erste Zweifel
Javi Ramos, ein in Torre del Mar lebender Sportmonitor, war in der Nacht zum 20. Juli 2025 mit seiner 125er-Maschine auf der alten Nationalstraße N-340 unterwegs. Gegen 3:15 Uhr kollidierte er auf Höhe des Kilometermarkers 268 in der Ortschaft Almayate mit einem BMW X1. In dem Wagen saßen eine 42-jährige Frau und ihr sechsjähriger Sohn. Für Ramos kam jede Hilfe zu spät; er starb noch an der Unfallstelle.
Die damalige Einstellung stützte sich unter anderem auf die Aussage eines Fahrers, der unmittelbar hinter dem BMW hergefahren sein soll, sowie auf ein toxikologisches Gutachten. Das Ergebnis: 2,38 Gramm Alkohol pro Liter Blut. Für das Gericht reichte dies zunächst nicht aus, um die Fahrerin wegen fahrlässiger Tötung zu belangen. Die Familie widersprach jedoch der Einschätzung, dass damit alle Fragen geklärt seien. Es habe weitere Zeugen und technische Aspekte gegeben, die in der ersten Untersuchung unberücksichtigt geblieben seien.
Mutter fordert vollständige Aufklärung
Die Entscheidung, das Verfahren erneut aufzurollen, stößt bei den Angehörigen auf Erleichterung. Paqui Ramos, die Mutter des Verstorbenen, betonte, dass es ihr nicht um eine vorschnelle Schuldzuweisung gehe, sondern um eine lückenlose Untersuchung: „Wenn mein Sohn schuldig ist, werden wir das akzeptieren, aber es muss alles untersucht werden.“ Die richterliche Anordnung bedeute keine Schuldzuweisung, sondern erlaube es, neue Beweise zu erheben und zu bewerten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
Für Donnerstag, den 20. August, hat die Familie erneut zu einer öffentlichen Mahnwache aufgerufen. Unter dem Motto „Gerechtigkeit für Javi“ sollen sich Teilnehmer um 20:30 Uhr am Leuchtturm von Torre del Mar versammeln. Geplant sind eine Schweigeminute, ein kurzes Gedenken sowie ein optionaler Spaziergang. Paqui Ramos kündigte an, dass es sich vorerst um die „letzte Versammlung und Ehrung“ handele, solange die juristische Untersuchung wieder offen ist. Die Familie hofft auf eine breite Beteiligung.
Quelle: axarquiaplus.es