Axarquía: Erdbebenschutz für den Ernstfall

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Axarquía: Erdbebenschutz für den Ernstfall

von Clara Weber

Die Erdstöße der vergangenen Tage in der Provinz Granada, darunter ein deutlich spürbarer Stoß in der Nacht zum Samstag, haben viele Menschen aufgeschreckt. Doch nicht nur dort bebt die Erde – auch die Axarquía, die Region östlich von Málaga, zählt zu den seismisch aktiven Gebieten in Andalusien. Die Notruf- und Sicherheitsagentur EMA 112 hat daher ihre Empfehlungen zur Selbstschutz erneuert und an die Bevölkerung gerichtet.

Warum die Axarquía besonders gefährdet ist

Die Gefahr ist hier nicht neu: Bereits in der Vergangenheit wurde die Komarca immer wieder von Erdstößen erschüttert. Erst im März dieses Jahres versetzte ein Beben der Stärke 4,4 mit Epizentrum im westlichen Alborán-Meer zahlreiche Gemeinden in Alarmbereitschaft – von Vélez-Málaga über Nerja und Torrox bis hin zu Cómpeta und Almáchar. Auch ein Erdbeben im Juli nahe Sayalonga zeigte, dass die Region keineswegs zur Ruhe gekommen ist. Studien zur seismischen Gefährdung der Provinz Málaga stufen zahlreiche Orte der Axarquía als Gebiete mit erhöhtem Risiko für starke Bewegungen ein. Für das Gemeindegebiet von Vélez-Málaga liegen zudem offizielle Dokumente vor, die eine Intensität von VIII auf der entsprechenden Skala ausweisen – ein Wert, der erhebliche Schäden an Gebäuden bedeuten kann.

Richtig handeln, wenn der Boden wankt

Die zentrale Botschaft der Experten: Ruhe bewahren. Wer sich während eines Bebens in einem Gebäude befindet, sollte im Inneren bleiben und Schutz unter stabilen Möbeln wie einem Tisch oder einem Bett suchen. Auch tragende Wände, Pfeiler oder Ecken bieten Sicherheit, wobei der Kopf besonders geschützt werden muss. Aufzüge sind tabu, ebenso ein hastiges Verlassen des Hauses – die Gefahr, von herabfallenden Teilen getroffen zu werden, ist während der Erschütterung am größten. Wer im Freien ist, hält sich fern von Fassaden, Balkonen, Überhängen, Glasflächen, Mauern und Stromleitungen. Ein freier Platz ist der beste Ort, um das Beben abzuwarten. Autofahrer stoppen ihr Fahrzeug an einer geeigneten Stelle und bleiben im Wagen, bis der Boden wieder stillsteht.

Nach dem Beben: Vorsicht statt Aktionismus

Sobald die Erde aufgehört hat zu beben, gilt es, Verletzte zu versorgen. Schwerverletzte sollten nur bewegt werden, wenn unmittelbare Gefahr droht oder man über die nötige Kenntnis verfügt. Ein wichtiger Schritt ist die Kontrolle von Gas-, Wasser- und Stromleitungen – allerdings nur per Sicht- und Geruchsprobe, ohne elektrische Geräte einzuschalten. Bei stärkeren Stößen verlässt man das Gebäude geordnet über die Treppen, niemals mit dem Aufzug. Das Mobiltelefon bleibt aus, solange es nicht wirklich notwendig ist, damit die Notrufzentralen nicht überlastet werden. Informationen sollten ausschließlich von offiziellen Stellen bezogen werden, Gerüchte und unbestätigte Meldungen sind zu vermeiden. Im Notfall ist die Telefonnummer 112 der richtige Ansprechpartner.

Für die Bewohner der Axarquía bedeutet das: Vorsorge lohnt sich. Ein Notfallset mit Verbandsmaterial, Taschenlampe und batteriebetriebenem Radio, dazu das Wissen, wie man die Wasser- und Gaszufuhr abschaltet – das sind einfache Schritte, die im Ernstfall Leben retten können. Die Empfehlungen des 112 sind eindeutig: Wer die Regeln kennt und beherzigt, ist besser gewappnet, wenn die Erde wieder bebt.


Quelle: axarquiaplus.es