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Weniger Barzahlungen beim Hauskauf
Wie das spanische Statistikinstitut INE berichtet, hat sich der Immobilienmarkt in den ersten Monaten des Jahres abgekühlt. Zwischen Januar und Mai wurden 3,4 Prozent weniger Wohnungen verkauft als im gleichen Zeitraum 2025. Gleichzeitig stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Hypotheken um 6,2 Prozent. Diese Entwicklung deutet auf einen deutlichen Rückgang der Barzahlungen hin – ein Trend, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet.
Die Lage auf dem Markt
In Zahlen: 288.176 Immobilien wechselten in den ersten fünf Monaten den Besitzer, während gleichzeitig 213.777 Hypotheken für den Kauf von Wohnraum vergeben wurden. Die Differenz von rund 74.000 Käufen entspricht einem Anteil von 25,8 Prozent, die ohne Kredit finanziert wurden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 32,5 Prozent – fast jede dritte Immobilie wurde damals bar bezahlt. Ein so niedriger Wert wie heute wurde zuletzt 2021 erreicht.
Warum Barzahlungen seltener werden
Für Ricardo Gulias, Geschäftsführer des Finanzvermittlers RN Tu Solución Hipotecaria, ist die Ursache klar: die stark gestiegenen Preise. „Selbst Käufer mit Ersparnissen oder Immobilienverkauf im Hintergrund brauchen heute oft eine Teilfinanzierung“, sagt er. „Der Sparbetrag ist nicht verschwunden, aber die Preise haben ihm viel an Kaufkraft genommen.“
Joaquín Fervari, Operations Director bei Trioteca, sieht einen weiteren Grund in den immer noch attraktiven Kreditkonditionen. „Trotz der ersten Zinserhöhungen der EZB liegen die Hypothekenzinsen in Spanien weiterhin unter drei Prozent“, erklärt er. Für viele Investoren sei es daher rentabler, eine Hypothek aufzunehmen und das eigene Kapital in andere Anlagen zu stecken, die eine höhere Rendite versprechen. „Wer bar kauft, ist oft jemand, der genau weiß, wo das Geld besser aufgehoben ist“, so Fervari.
Erste Anzeichen einer Abkühlung
Die hohe Zahl der Hypothekenabschlüsse zeigt jedoch erste Bremsspuren. Während im Februar noch 16,3 Prozent mehr Kredite vergeben wurden als im Vorjahresmonat, war die Zunahme im März auf 9 Prozent und im April auf 2,3 Prozent gefallen. Im Mai schließlich lag die Zahl der Abschlüsse leicht unter dem Niveau des Vorjahres – der erste Rückgang seit fast zwei Jahren. „Der Markt moderiert sich ab, aber er erlischt nicht“, betont Gulias. Die Nachfrage sei weiterhin vorhanden, nur eben nicht mehr mit dieser Dringlichkeit. Auch das begrenzte Angebot sorge dafür, dass Käufer genauer abwägen.
Der Ausblick bleibt unsicher. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen bereits im Juni angehoben und erwägt weitere Schritte, abhängig von der Inflationsentwicklung und den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts. Sollten die Zinsen weiter steigen, könnte sich der Zugang zu Krediten für weniger solvente Käufer deutlich verschärfen. Fachleute rechnen aber nicht mit einem drastischen Einbruch in diesem Jahr.
Quelle: 20minutos.es