
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Wasserspeicher steigen nur minimal
Ein Tropfen auf den heißen Stein
Es ist ein Hoffnungsschimmer, mehr aber auch nicht: Die Wasserreserven der Balearen haben sich im Oktober minimal erholt. Wie das Ministerium für Meer und Wasserkreislauf mitteilt, stieg der Füllstand der Speicher von 36 auf 37 Prozent. Wer nun aber Jubelschreie erwartet, der irrt gewaltig. Dieses Plus ist angesichts der anhaltenden Dürreproblematik nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein – und ein Vergleich mit dem Vorjahr offenbart die ganze Dramatik der Lage.
Nasse Füße, dürre Zahlen
Ja, es hat geregnet. Die Agentur für Meteorologie vermeldet für Oktober einen Anstieg der Niederschläge um ein Drittel im Vergleich zum langjährigen Mittel. Besonders die Pitiusen wurden geradezu geflutet: Auf Ibiza fielen 232 Liter pro Quadratmeter, dreimal so viel wie üblich. Doch dieser scheinbare Segen verpufft in der Gesamtbilanz. Die Reserven liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Im Oktober 2025, so die offiziellen Zahlen, standen die Speicher noch bei 44 Prozent. Diese Diskrepanz sollte alarmieren, statt zu beruhigen.
Alarmstimmung trotz Regen
Während Mallorca und Menorca jeweils um einen Punkt zulegen konnten, bleibt Ibiza bei mageren 33 Prozent stehen. Die geografische Verteilung des Niederschlags zeigt einmal mehr, wie trügerisch Durchschnittswerte sind. Während die Pitiusen vom Himmel verwöhnt wurden, fiel auf Menorca mit 62 Litern sogar weniger Regen als im Schnitt üblich.
Die entscheidende Kennzahl aber ist der Dürreindex. Zwar kletterte er von 0,342 auf 0,371 – doch das ist kein Grund zur Entwarnung. Drei Versorgungseinheiten im Osten Mallorcas – Artà, es Pla und die Region Manacor-Felanitx – verharren in der Alarmstufe. Das entspricht fast einem Viertel des Territoriums, auf dem die Situation kritisch bleibt.
Ein schwacher Trost
Dass das Ministerium für November einen weiteren Anstieg der Reserven prognostiziert, klingt nach einer guten Nachricht. Doch dieser Optimismus könnte sich als Strohfeuer erweisen. Die Temperaturen steigen, der Oktober war mit 20 Grad im Schnitt und einer Abweichung von plus 1,2 Grad deutlich zu warm. Ein wärmeres Klima bedeutet mehr Verdunstung, weniger Grundwasserneubildung – und erhöhten Verbrauch.
Die Balearen stehen vor einem strukturellen Problem, das mit ein paar Regentagen nicht gelöst ist. Wer jetzt aufatmet, ignoriert die Tatsache, dass die Inseln seit Jahren über ihren Verhältnissen leben. Die Behörden appellieren an einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser – doch das ist angesichts der Lage zu wenig. Es braucht endlich konsequente Maßnahmen statt bloßer Appelle. Jeder Liter zählt, aber ohne ein Umdenken in der Wasserpolitik werden die Speicher auch im nächsten Sommer wieder gefährlich leer sein. Wie die Regionalregierung mitteilt, bleibt die Lage in den betroffenen Gebieten angespannt. Daran ändert auch ein feuchter Oktober nichts.
Quelle: europapress.es