
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Globalia-Chef als Unternehmer des Jahres geehrt
Auszeichnung für ein Unternehmerleben
Die balearische Arbeitgebervereinigung CAEB hat Juan José Hidalgo, Gründer und Präsident des Touristikkonzerns Globalia, mit ihrem diesjährigen Preis „Unternehmer des Jahres“ geehrt. Der 84-Jährige nahm die Auszeichnung am Freitagabend bei der Gala des Unternehmertums in einem Hotel in Palma entgegen. Mit ihm wurden Antoni Olives Vidal (Mascaró Morera), Yannik Erhart (Universal Beach Hotels) und Natalia Maroto (ITCM Solutions) ausgezeichnet.
CAEB-Präsidentin Carmen Planas würdigte Hidalgos „unternehmerischen Charakter, seine Risikobereitschaft und seine Hingabe an die Geschäftswelt“. Sie betonte, dass Globalia seinen Firmensitz theoretisch überall auf der Welt haben könnte, das Unternehmen aber bewusst im mallorquinischen Llucmajor verankert bleibe.
Vom Regionalanbieter zum Luftfahrtimperium
Unter Hidalgos Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Akteure der spanischen Tourismusbranche. Besonders hervorzuheben ist laut Planas die Rolle von Air Europa bei der Expansion des Flugverkehrs und der touristischen Dienstleistungen zwischen Spanien, Europa und Amerika. Auch die umfangreichen Investitionen des Konzerns in der Dominikanischen Republik fanden Erwähnung.
Die balearische Regierungspräsidentin Marga Prohens bezeichnete Hidalgo als Verkörperung des Unternehmergeists: „Unternehmen werden nicht groß geboren, sie entstehen aus einer Idee, einer Entscheidung, der Entschlossenheit von jemandem, der beginnt, ohne genau zu wissen, wie weit er fliegen kann.“
Deutliche Worte zur Wirtschaftspolitik
Die Festrede nutzte CAEB-Chefin Planas für eine klare Positionsbestimmung. Angesichts der Proteste des vergangenen Sommers, die den Tourismus als Sündenbock ausgemacht hätten, verteidigte sie die Branche: Man teile die gesellschaftliche Sorge, doch die Transformation des Wirtschaftsmodells müsse Wachstum mit besserer Lebensqualität verbinden.
Scharf kritisierte Planas die mangelnde öffentliche Investitionsbereitschaft der vergangenen zwei Jahrzehnte – sowohl auf den Inseln als auch in ganz Spanien. Sie verwies dabei auf das schwere Bahnunglück in Urda (Toledo) als Beispiel für die Folgen chronischer Unterfinanzierung: „Seit 20 Jahren steigen Steuern, Sozialabgaben und laufende Ausgaben – und die Investitionen sinken. Kein Unternehmen hält das aus, schon gar nicht ein Land.“
Mit Blick auf die vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. November wünschte sich die Arbeitgeberpräsidentin eine Regierung, die Unternehmer wertschätzt, Stabilität bietet und einen echten sozialen Dialog pflegt. Zugleich erteilte sie der für den 11. November angekündigten Generalstreik von CCOO und UGT eine klare Absage – dieser sei ohne Dialog und aus politischen Motiven ausgerufen worden.
Appell an die Politik
Prohens ihrerseits warb für eine diversifizierte Wirtschaft der Inseln: Innovation, Nachhaltigkeit und Unternehmergeist seien die Leitbegriffe der angestrebten Ökonomie. Die Verwaltung müsse es Unternehmern leicht machen, statt ihnen Vorschriften zu machen: „Wer auf den Balearen investieren will, muss auf ein unterstützendes Umfeld treffen, nicht auf einen Hindernislauf.“
Sie dankte den lokalen Unternehmern für ihre Treue zum Standort, obwohl es andernorts oft einfacher wäre. Ihr Schlussappell: „Ohne Unternehmen gibt es keine Arbeit, und ohne Arbeit gibt es keinen Wohlfahrtsstaat. Wenn die Unternehmen stoppen, stoppt auch der Wohlfahrtsstaat.“
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, nahmen rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an der Veranstaltung teil.
Quelle: europapress.es