Vorwahl 400 gegen telefonischen Betrug

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Vorwahl 400 gegen telefonischen Betrug

von Clara Weber

Neue Kennzeichnung für kommerzielle Anrufe

In Spanien werden Werbeanrufe künftig sofort erkennbar sein. Ab dem 17. Oktober müssen alle kommerziellen Anrufe eine neunstellige Nummer verwenden, die mit der Vorwahl 400 beginnt. Das gab das Ministerium für digitale Transformation am Dienstag bekannt. Die Maßnahme soll Verbraucher vor Spam-Anrufen und Betrug schützen.

Bereits seit März letzten Jahres gilt ein Anti-Betrugsplan, der Mobilfunkbetreiber dazu verpflichtet, Anrufe mit betrügerischer Absicht zu blockieren. Laut Minister Óscar López wurden seitdem über 300 Millionen Anrufe und 26,6 Millionen SMS blockiert.

Sicherheitsberatung stark nachgefragt

Der Minister nutzte die Gelegenheit, um eine Zwischenbilanz der kostenlosen Hotline 017 zu ziehen, die das Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) betreibt. In der ersten Jahreshälfte wurden dort fast doppelt so viele Beratungen durchgeführt wie im Vorjahreszeitraum: 95.064 Anfragen zwischen Januar und Juni. Das entspricht bereits fast der Gesamtzahl des gesamten Jahres 2024.

Die häufigsten Themen waren mit 40 Prozent Betrugsversuche wie Vishing und Smishing, bei denen Kriminelle sich als vertrauenswürdige Personen ausgeben. Auch gefälschte Kaufangebote (13 Prozent) und Identitätsdiebstahl (9,5 Prozent) wurden oft gemeldet. Auffällig ist der Anstieg von Berichten über falsche Investitionen und Kryptowährungen: Hier gab es siebenmal mehr Anfragen als 2022. Auch Desinformation und Falschmeldungen nahmen um 175 Prozent zu.

Schutz für Minderjährige

Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist die Sorge um Privatsphäre groß. Online-Reputation macht den größten Teil der Anfragen aus (17,5 Prozent), dicht gefolgt von sogenannter Sextorsion – Erpressung mit intimen Bildern – mit 17 Prozent. Identitätsdiebstahl ist mit 10,7 Prozent das dritthäufigste Problem, Cybermobbing landet mit fünf Prozent auf Platz fünf.

Neue Maßnahmen gegen SMS-Betrug

Ab dem 15. September werden außerdem SMS blockiert, die nicht aus einer Datenbank der Marktaufsichtsbehörde CNMC stammen. Nur noch Nachrichten von registrierten Absendern erreichen dann die Handys. Die Vorwahl 400 ist der zweite Schritt dieses Plans. Verbraucher können so leicht erkennen, dass es sich um einen Werbeanruf handelt, und können ihn ignorieren oder blockieren. Betreiber sind verpflichtet, Anrufe ohne diese Kennung abzuweisen.

Wie das Ministerium mitteilt, wird die neue Regelung in ganz Spanien gelten und schließt an bestehende Initiativen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität an.

Quelle: 20 Minutos


Quelle: 20minutos.es