
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Valencias Taxibranche kämpft um rechtliche Gleichheit
Systematischer Protest gegen als "unhaltbar" empfundene Konkurrenz
Die Taxibranche in Valencia setzt ihren Widerstand gegen die als unloyal empfundene Konkurrenz durch Mietwagen mit Fahrer (VTC) fort. Am vergangenen Freitag zog erneut ein Demonstrationszug durch das Stadtzentrum, von den Torres de Serranos bis zum Sitz des Verkehrsressorts der Regionalregierung. Laut Fernando del Molino, dem Präsidenten der Konföderation der selbstständigen Taxifahrer der Autonomen Gemeinschaft Valencia, handelt es sich um eine weitere Aktion innerhalb einer seit April laufenden Kampagne wöchentlicher Mobilisierungen. Die eigentlichen Proteste begannen bereits im Frühjahr 2025.
Das zentrale Anliegen ist die Forderung an den "Consell", die Regionalregierung, ein als "exemplarisch" bezeichnetes Sanktionsregime für VTC zu verabschieden. Die Taxigewerkschaften argumentieren, dass die aktuellen Strafen für Gesetzesverstöße in der VTC-Branche nicht abschreckend wirken würden. "Es rechnet sich für sie, die Bußgelder zu zahlen und weiter unter Missachtung des Gesetzes zu arbeiten", wird Del Molino in einer Erklärung zitiert. Er kritisiert "Plattformen, die Fahrzeuge ohne Genehmigung nutzen, die in städtischen Gebieten tun, was sie wollen".
Ökonomische Verluste und ausstehende politische Zusagen
Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien konkret messbar. Nach Schätzungen der Taxiverbände hätten die Betriebe in Valencia und Alicante aufgrund der VTC-Konkurrenz einen Gewinnrückgang von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dieser Verlust entspreche Dienstleistungen, die früher von Taxis erbracht worden seien, nun aber von "schwarzen Fahrzeugen", so die Bezeichnung der Protestierenden.
Die Unzufriedenheit richtet sich auch gegen die ausbleibende politische Umsetzung. Del Molino erinnert daran, dass der zuständige Regionalminister Vicente Martínez Mus vor einem Jahr eine Lösung des Problems zugesagt habe. Seither sei die Ankündigung eines bevorstehenden Dekrets mehrfach verschoben worden – "in ein paar Wochen, in diesem Monat, nach dem Sommer, nach Weihnachten, nach den Fallas". Diese Situation sei "unhaltbar", so Del Molino gegenüber Medienvertretern. Die Branche sieht sich mit einer erheblichen Anzahl von VTC konfrontiert, die in Valencia aktiv seien. Verbandsschätzungen gehen von 500 bis 700 solcher Fahrzeuge aus, wobei auch Fahrzeuge aus anderen Regionen hinzukämen, die dort keine Aufträge durchführen dürften. Dem stünden knapp 3.000 Taxilizenzen in der Stadt Valencia und etwa 4.700 in der gesamten Autonomen Gemeinschaft gegenüber. Da die meisten Taxis im Doppelschichtbetrieb gefahren würden, lebten rund 9.200 Familien von diesem Gewerbe.
Strategiewechsel: Von Massenprotest zu gezielten Aktionen
Da die wöchentlichen Großdemonstrationen die Kollegen "sehr beanspruchen" würden, kündigte Del Molino einen Strategiewechsel an. Man werde zu "punktuellen Protesten bei öffentlichen Auftritten des Ministers und des Regierungspräsidenten", Juanfran Pérez Llorca, übergehen. Zudem werde man lokalen Verbänden "freie Hand" geben, im Sommer bei touristischen Höhepunkten oder internationalen Events "generalisierte Proteste" zu organisieren, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Auf die Frage nach umfassenden Streiks, die auch den Flughafen Valencia und Bahnhöfe einbeziehen könnten, verwies der Verbandsvertreter auf die Rücksichtnahme auf die Nutzer: "Eines der Hauptziele ist es, den Fahrgast nicht übermäßig zu belästigen." Man sei sich bewusst, dass die Bürger derzeit sehr unter dem Verkehr und den Protesten litten. Nichtsdestotrotz wolle man alle Optionen offenhalten. Die Verbände werden sich weiter wöchentlich treffen, um die Lage zu bewerten und ein konkretes Lösungsangebot der Politik einzufordern.
Solidarität mit anderen Protestbewegungen
Die Taxidemonstration am Freitag fiel zeitlich mit einer großen Lehrer-Kundgebung in Valencia zusammen, die im Rahmen eines unbefristeten Streiks stattfand. Del Molino äußerte Verständnis für den Protest anderer Berufsgruppen. "Man muss verstehen, dass es derzeit Sektoren gibt, die leiden", sagte er und verwies auf eine "Art von Angriff auf den öffentlichen Dienst". Er äußerte die Hoffnung, dass die Bürger Verständnis für die Nöte der Betroffenen und ihrer Familien hätten. Die Solidarität mit den Lehrern sei garantiert, da es sich um "einen Sektor handle, der leidet".
Die Taxibranche positioniert sich damit nicht nur als Interessenvertretung, sondern auch als Teil einer breiteren gesellschaftlichen Unzufriedenheit mit der Politik der Regionalregierung.
Quelle: europapress.es