Valencia bereitet sich auf umstrittene Gay Games vor

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Valencia bereitet sich auf umstrittene Gay Games vor

von Redaktion

Eine große Eröffnung mit prominenten Künstlern

Die organisatorischen Details für die Eröffnungszeremonie der Gay Games XII València 2026 sind am vergangenen Montag vorgestellt worden. Demnach wird die Gala am 27. Juni im Stadion von einem internationalen Parade- und Kulturprogramm sowie Auftritten namhafter Künstler geprägt sein. Auf der Bühne werden unter anderem die Sängerinnen Mónica Naranjo und Soraya Arnelas sowie der DJ Suri zu erleben sein. Die Moderation übernimmt die aus Valencia stammende Dragqueen Choriza May, bekannt aus "RuPaul's Drag Race UK". Wie die Organisatoren mitteilten, sollen diese Acts die Diversität des Events widerspiegeln.

Die Veranstaltung markiert den Start der Gay Games, die vom 27. Juni bis 6. Juli 2026 stattfinden. Bisher haben sich nach Angaben der Stadträtin für Sport und Gleichstellung, Rocío Gil, über 9.000 Teilnehmer aus 76 Nationen sowie mehr als 520 Freiwillige registriert. Gil betonte im Rahmen der Präsentation, Valencia positioniere sich mit der Austragung als erste und einzige Stadt Spaniens und des Mittelmeerraums, die dieses internationale Event für die LGBTQ+-Gemeinschaft ausrichtet.

Struktur und Prinzipien der Sportwettkämpfe

Der sportliche Kern der Veranstaltung umfasst 39 Disziplinen, die auf 46 Wettkampfstätten in Valencia und Umgebung verteilt sind. Zu den genutzten Infrastrukturen zählen das Velòdrom Lluís Puig, die Marina de València, das Estadi del Túria und der Strand La Malva-rosa. Eine Demonstration der traditionellen Valencianischen Pilota ist im Trinquet de Pelai geplant. Die nachgefragtesten Sportarten unter den Angemeldeten sind Schwimmen, Tennis, Leichtathletik, Fußball und Volleyball.

Die Gay Games wurden 1982 gegründet und werden alle vier Jahre von der Federation of Gay Games veranstaltet. Sie basieren auf drei fundamentalen Prinzipien: Teilnahme ohne Qualifikationshürden für jede Person über 18 Jahre, Inklusion ohne Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder sportlichem Niveau sowie die persönliche Leistungssteigerung als zentraler Wettkampfgedanke. Juan Velasco, Präsident des Organisationskomitees Avegal, verwies auf symbolträchtige Momente der Eröffnung wie das Einholen der offiziellen Flagge, den Eid der Athleten und das Entzünden der Flamme als Zeichen für "Licht, Sichtbarkeit und den Geist der Community".

Politische Unterstützung und interne Kritik

Die Veranstaltung erfährt breite politische Unterstützung auf regionaler Ebene. Natalia Enguix, Vizepräsidentin der Provinzverwaltung von Valencia und zuständig für Diversität, betonte die gemeinsame Zusammenarbeit mit der Stadt und der Regionalregierung (Generalitat). Sie rief die valencianische Gesellschaft dazu auf, sich dem Volunteer-Programm anzuschließen, für das noch Schulungstermine Ende April und Anfang Mai angeboten werden.

Doch hinter der offiziellen Fassade existieren erhebliche Differenzen. Wie verschiedene Medien im Anschluss an die Präsentation berichteten, haben mehrere LGBTQ+-Organisationen ihre Unterstützung für die Games zurückgezogen oder kritisieren den Kurs der Veranstaltung scharf. Auf Nachfrage zu diesen "Diskrepanzen" erklärte Stadträtin Rocío Gil, man habe stets offene Arme für alle Beteiligungsbereitschaft gezeigt und verweise auf die Beteiligung eines lokalen Community-Partners sowie städtischer Vereine und Verbände.

Diese Darstellung wird von Seiten der Opposition massiv in Frage gestellt. Lluïsa Notario, Stadträtin der Partei Compromís, warf der derzeitigen Stadtregierung aus PP und Vox in einer schriftlichen Stellungnahme vor, die Games "gekapert" und ihres ursprünglichen Inhalts beraubt zu haben. "Was wir bei den Gay Games València 2026 erleben, ist genau die Anomalie, die wir seit Monaten anprangern", ließ Notario verlauten. Sie kritisierte, die Regierung habe "aus einer Feier der Rechte, der Vielfalt und der Gemeinschaft ein merkantilistisches und klassistisches Produkt gemacht, das eher als touristische Schaufensterveranstaltung denn als Raum für echte gesellschaftliche Forderungen und Beteiligung der Community gedacht ist". Das gravierendste Problem sei, dass das Event "gegen den Willen und hinter dem Rücken der eigentlichen LGBTQ+-Bewegung" organisiert werde.

Trotz dieser anhaltenden Kontroverse zeigt sich die offizielle Seite zuversichtlich. Gil verwies auf die hohen Anmeldezahlen als Beleg für den Erfolg und betonte: "Valencia wird einen einzigartigen Moment in der Geschichte unserer Stadt erleben."