
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Unbegrenzter Transportstreik droht
Streik ab Juni angekündigt
Die spanische Gewerkschaft UGT droht mit einem unbefristeten Generalstreik im Transportsektor. Sollte das Ministerium für soziale Sicherheit bis zum 8. Juni keine schriftliche Auskunft über den Stand der Verhandlungen geben, werden Busfahrer und Lkw-Fahrer die Arbeit niederlegen. Laut UGT hat das Ressort von Ministerin Elma Saiz die Frist zur Einigung bereits um sechs Monate überschritten.
Seit zwei Jahrzehnten gefordert
Hintergrund ist eine seit rund 20 Jahren geforderte gesetzliche Regelung: spezielle Reduktionskoeffizienten, die es Beschäftigten in diesen anspruchsvollen Berufen ermöglichen sollen, früher in Rente zu gehen. Wie der Generalsekretär der UGT-Föderation für Dienstleistungen, Mobilität und Konsum, Antonio Oviedo, in einer Pressekonferenz erklärte, sei der Fortschritt gleich null. "Wir wurden in einem Jahr nicht ein einziges Mal zu Gesprächen eingeladen", kritisierte er.
Die Gewerkschaft fordert eine schriftliche Mitteilung darüber, in welchem Stadium sich die Ausarbeitung der Koeffizienten befindet und wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist. Andernfalls wird der Streikaufruf am 24. Mai formalisiert.
Folgen für Versorgung und Sicherheit
Ein unbefristeter Ausstand im Güter- und Personentransport könnte massive Auswirkungen auf Lieferketten und den Reiseverkehr haben. Oviedo räumte dies ein, wies aber gleichzeitig auf die Dringlichkeit der Forderung hin. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die aktuelle Situation auch ein Sicherheitsrisiko darstelle.
Wie die UGT berichtet, komme es vor, dass der Busfahrer der älteste Mensch an Bord sei – beispielsweise bei Reisen des Instituts für Ältere und Soziale Dienste (Imserso). Auch würden Unfälle mit dem Alter der Fahrer in Verbindung gebracht, was ein Risiko für alle Verkehrsteilnehmer darstelle.
Letzte Chance für den Dialog
Die Gewerkschaft sieht die Ankündigung als letzten Appell. Sie fordert vom Ministerium Transparenz über den Verhandlungsstand. Sollte es weitere Verzögerungen geben, dürfe das sogenannte "administrative Schweigen" – also das Ausbleiben einer Antwort nach Ablauf der Frist – nicht automatisch zur Ablehnung des Antrags führen.
Bislang hat sich keine andere große Gewerkschaft dem Streikaufruf angeschlossen. Ob es tatsächlich zu dem unbefristeten Arbeitskampf kommt, hängt nun von den nächsten Schritten der Regierung ab.