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Treibstoffpreise explodieren – Inflationsbremse wirkt
Kraftstoffpreise erreichen Vier-Jahres-Hoch
Die aktuellen Daten des Índice de Precios de Consumo (IPC) für den Mai zeigen eine deutliche Entwicklung: Die Preise für Kraftstoffe sind im Vergleich zum Vormonat um 15,9 Prozent gestiegen. Es handelt sich dabei, wie das Instituto Nacional de Estadística (INE) mitteilte, um den höchsten monatlichen Anstieg in dieser Warengruppe seit Oktober 2022. Ohne die seit Beginn des Ukraine-Kriegs geltenden steuerlichen Entlastungsmaßnahmen für Kraftstoffe wäre der Preisanstieg nach Berechnungen des Statistikamts sogar auf 29 Prozent geklettert.
Stabile Gesamtinflation trotz Energieturbulenzen
Trotz des massiven Drucks an den Zapfsäulen blieb die allgemeine Jahresinflationsrate im Mai unverändert bei 3,2 Prozent. Dieser Wert liegt unter dem März-Höchststand von 3,4 Prozent. Die Kerninflation, die Energie- und unverarbeitete Lebensmittelpreise ausklammert und als Indikator für die Breitenwirkung von Preissteigerungen gilt, stieg jedoch um zwei Zehntelprozentpunkte auf 3,0 Prozent – ihr höchster Stand seit zwei Jahren.
Parallel dazu verzeichneten die Energiepreise im selben Zeitraum deutliche Rückgänge. Die Preise für Elektrizität sanken um 5,5 Prozent, die für Gas um 9,7 Prozent. Diese Entwicklung ist jedoch temporär, da die dafür verantwortlichen Steuersenkungen zum Juni ausliefen, was einen automatischen Preisanstieg erwarten lässt.
Entspannung bei Lebensmitteln, doch Risiken bleiben
Im Bereich der Lebensmittel gab es eine merkliche Entspannung. Die Teuerungsrate für die Einkaufskorb-Komponenten sank im Mai auf 2,2 Prozent, den niedrigsten Wert seit einem Jahr. Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich jedoch weiterhin starke Disparitäten. Während die Preisinflation bei 33 von 56 vom INE überwachten Lebensmitteln und Getränken nachließ, bleiben Produkte wie Hülsenfrüchte (+16,3 %), Gemüse (+15,2 %), Eier (+13,7 %) und Fisch (+9,7 %) deutlich teurer als vor einem Jahr.
Geopolitische Unsicherheit als langfristiger Preistreiber
Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten wirkt als bestimmender Faktor. Die Kriegshandlungen im Iran und insbesondere die zeitweise Sperrung der Straße von Hormus haben die Ölpreise in die Höhe getrieben und den Handel mit für die Landwirtschaft essenziellen Rohstoffen wie Düngemitteln eingeschränkt. Dieser Effekt erreicht den Einzelhandel mit Verzögerung, stellt aber eine anhaltende Gefahr für die Preisstabilität bei Lebensmitteln dar.
Als Reaktion auf den gesamteuropäischen Inflationsdruck hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen angehoben. Diese Maßnahme zielt darauf ab, einer umfassenden Inflation wie der in der Ukraine erlebten Krise vorzubeugen, birgt jedoch gleichzeitig das Risiko, die bereits geschwächte europäische Wirtschaft weiter zu belasten.
Quelle: Daten des Instituto Nacional de Estadística (INE), Analyse der IPC-Detailwerte für Mai.
Quelle: 20minutos.es